8. Sächsischer Heimattag – Heimat aktiv!

Johann Anton Castell, Sorbische Schankwirtschaft mit dem Blick auf den Czorneboh, um 1840

Alltagskultur im ländlichen Raum Sachsens um 1840 – Zwischen Aufbruch und Stagnation im Vormärz –

In den folgenden PDF-Dateien finden Sie das Programm und den Anmeldeschein (Anmeldung bis 25. September 2017 möglich) zum 8. Sächsischen Heimattag.

 

7. Oktober 2017 – Brauhof Freiberg
 
Schirmherrschaft Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler
 
9.30 Uhr bis 16.00 Uhr
 
Unter Alltagskultur verstehen wir alles, was für uns ganz selbstverständlich ist, was unser Leben ausmacht und worüber wir meist kaum noch nachdenken. Welche Zeugnisse und Dokumente verschaffen uns Einblick in die Lebensverhältnisse der Zeit des Vormärz, einer wichtigen Epoche der deutschen Geschichte im 19. Jahrhundert? Diese wird hier enger gefasst und meint einen Zeitraum um 1830 bis vor 1848, der sich als Phase einer zögernd einsetzenden Industrialisierung gerade auch im ländlichen Raum in Sachsen darstellt.
 
Wir widmen uns ausgewählten Schwerpunktthemen des Arbeitens, der Ernährung, des Wohnens und der Bildung. Wie veränderten sich Bereiche der Alltagskultur im Zuge der gesellschaftlichen Umbrüche in der Mitte des 19. Jahrhunderts? Welche Erkenntnisse können uns Zeugnisse und Dokumente bäuerlicher und ländlicher Alltagskultur über Veränderungen und Entwicklungen auf dem Lande in dieser Zeit vermitteln? Nach den gemäßigten Reformen und dem Erlass der ersten Verfassung im Königreich Sachsen im Jahr 1831 werden bürgerliche Freiheiten erstmals verfassungsmäßig garantiert. Mit der Allgemeinen Städteordnung von 1832 erhalten die Städte weitgehende Selbstverwaltung und mit dem Gesetz über Ablösungen und Gemeinheitsteilungen wird die Befreiung der Bauern von den Feudallasten eingeleitet. Mit der Landgemeindeordnung von 1838 wird den Gemeinden eine gewisse Verwaltungsbefugnis übertragen. Diese gesellschaftlichen Veränderungen und der seit 1815 in Sachsen erlebte enorme industrielle Aufschwung zur ersten Industrieregion Deutschlands führt auch zu Veränderungen der Lebensbedingungen und -umstände auf dem Lande. Dem beispielhaft nachzugehen, ist für uns von großem Interesse.

Seien Sie herzlich zu diesem Heimattag eingeladen!

 
Tagungsprogramm
 
9.30 Uhr – Begrüßung durch den Vorstand des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V.
 
Grußwort des Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler, Schirmherr
 
10.00 Uhr – Vorträge
Sachsens Dörfer um 1840 – eine kulturgeschichtliche Skizze
Landesgeschichtliche Zusammenhänge und Auswirkungen bürgerlicher Reformen auf das Alltagsleben auf dem Lande in Sachsen
Dr. phil. Matthias Donath, Niederjahna
 
Karl Benjamin Preusker (1786–1871). Fortschritt und Tradition im Vormärz
Dr. Jens Schulze-Forster M. A., Leiter Städtische Museen Großenhain
 
11.00 Uhr – Kaffeepause und Begegnungen
 
11.30 Uhr – Vorträge
Quellen zu den Ablösungen und Gemeinheitsteilungen in Folge des Gesetzes von 1832 in Sachsen
Roland Pfirschke, Sächsisches Staatsarchiv, Abt. 2 Hauptstaatsarchiv Dresden
 
Alltag und Lebenswelt der vorindustriellen (Heim)Weber in der Oberlausitz
Sven Brajer M.A., Technische Universität Dresden, MitteleuropaZentrum für Staats-, Wirtschafts- und Kulturwissenschaften
 
Bildung für den Bürger und Landmann. Sächsische Buchbinder als Buchhändler und Verleger um 1830
René Misterek, Leiter Stadtmuseum Pirna
 
Botanische „Merkwürdigkeiten" der Bauerngärten
Prof. Dr. habil. Hans-Jürgen Hardtke, Vorsitzender; Ehrenvorsitzender der AG sächsische Botaniker im Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V.
 
Diskussion zu vorangegangenen Tagungsabschnitten
 
13.00 Uhr – Mittagessen und Begegnungen
 
13.45 Uhr – Vorträge
„Das Klima ist schon ziemlich rauh" – Einfluss des Vogtländischen landwirtschaftlichen Vereines auf die Landwirtschaft in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Ina Skerswetat, Leiterin Vogtländisches Freilichtmuseum Eubabrunn
 
Umbrüche im Alltag des ländlichen Raumes in Sachsen um 1840 am Beispiel der Gemeinde Niederschöna im Freiberger Raum
Christine Zimmermann, Ortschronistin Niederschöna
 
Wirtschaftsentwicklung in einer Kleinstadt in der Zeit vorindustrieller Prägung am Beispiel der Stadt Sebnitz
Manfred Schober, Ethnologe, Museumsleiter a. D., Sebnitz
 
Diskussionsbeiträge: Zu Quellen und Zeugnissen der Volksbauweise in Sachsen zu Beginn des 19. Jahrhunderts und deren Bewahrung angefragt
 
Diskussion zum Tagungsabschnitt und weitere Aussprache
 
Resümee des 8. Sächsischen Heimattages – Welche Anregungen erwachsen aus diesem Tag für Heimatforscher und Ortschronisten
Dr. Konstantin Hermann, Historiker, SLUB Dresden
 
16.00 Uhr: Ende der Tagung
 
 
Organisatorische Hinweise
Bitte senden Sie Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 25. September 2017 an die Geschäftsstelle des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e. V.
 
Gern können Sie diese Einladung weiter verteilen oder uns die Adressen von Interessenten mitteilen.
Hinweise und Anregungen nimmt die Geschäftsstelle entgegen:
01067 Dresden, Wilsdruffer Str. 11/13,
Tel.: 0351/4956153, Fax: 0351/4951559,
 
Das Tagungsbüro im Brauhof Freiberg hat ab 8.30 Uhr geöffnet.
Es wird eine Tagungsgebühr von 10 Euro erhoben, enthalten sind auch die Kosten für die Kaffeepause.
 
Tagungsort: Brauhof Freiberg Körnerstraße 2, 09599 Freiberg, Tel.: 03731 35300

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