Naturschutz / Landschaftspflege

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Projekte

› Babisnauer Pappel
Die Babisnauer Pappel (rechts) und die Bismarck-Eiche (links), gesehen aus Westen, Foto: Veronika Teicher
 
Die Babisnauer Pappel (rechts) und die Bismarck-Eiche (links), gesehen aus Westen, Foto: Veronica Teicher
 
Die Babisnauer Pappel ist eine weithin sichtbare Landmarke, ein beliebtes Wanderziel, wunderschöner Ausichtspunkt und eines der bedeutendsten Naturdenkmale im Süden Dresdens. Sie steht auf dem ansonsten kahlen Zughübel an der Grenze zwischen den Gemeinden Bannewitz, Ortsteil Golberode, und Kreischa, Gemeindeteil Babisnau. Die Regionalgruppe „Goldene Höhe” pflegt den Baum und sein unmittelbares Umland gemeinsam mit der Ortsgruppe Babisnau im Landesverein Sächsischer Heimatschutz und dem Heimat- und Fremdenverkehrsverein Kreischa.
 
Eigentlich sind es zwei Bäume, die aus der Ferne als eine Silhouette wahrgenommen werden. Die Bismarck-Eiche hat fast die Größe der Pappel und verschmilzt mit ihr. Und ein weiteres Bäumchen, eine Nachpflanzung, ist 2006 dazu gekommen.
 
Die Babisnauer Pappel – eine Schwarzpappel – ist auch eine botanische Rarität. Von dieser Art gibt es in Sachsen weniger als 200 Exemplare. Unser Baum ist über 200 Jahre alt. Er hat einen Stammumfang von über 5 m, eine Höhe von gegenwärtig 17 m und er besticht durch sein knorriges, vom Wind zerzaustes Aussehen.
 
Zur Geschichte:
1808   Der Babisnauer Bauer Johann Gottlob Beck pflanzt die Pappel am Feldrand.  
1866   Im Krieg gegen Preussen bauen sächsische Pioniere eine Beobachtungsplattform in den Baum.  
1884   Der Nachfolger Becks, Bauer Gießmann, will die Pappel fällen. Um sie erhalten zu können, kauft der Gebirgsverein für die Sächsisch-Böhmische Schweiz den Baum und pachtet das dazugehörige Land. Fünf Jahre später kauft der Verein das Land, auf dem der Baum steht.  
1885   Das erste hölzerne Aussichtsgerüst für Wanderer wird gebaut.Es wird 1922 erneuert.  
1890   Die Bismarck-Eiche wird gepflanzt.  
1937   Die Pappel wird als Naturdenkmal unter staatlichen Schutz gestellt.  
1963   Von der Gemeinde Bärenklause-Kautzsch wird der Bau einer Aussichtsplattform aus Metall neben der mittlerweilen volkseigenen Pappel veranlasst.  
1996   Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz erwirbt die Pappel.  
1999   Die jetzige Aussichtsplattform wird errichtet.  
2006   Eine 13-jährige Schwarzpappel wird von Vereinsmitgliedern gepflanzt. Sie war vom Vorsitzenden der Ortsgruppe Babisnau, Herrn Ruhtz, aus einem Steckling des alten Baums gezogen worden.  
 
200-Jahr-Feier der Pappel am 16. August 2008, Foto: Herr LöschDie Ausstellung zum 200. Geburtstag der Babisnauer Pappel im Dreiseithof der Familie Ruhtz in Babisnau, dem ehemaligen Beck´schen Hof.Foto: Herr Lösch
 
Bild links:200-Jahr-Feier der Pappel am 16. August 2008, Foto: Herr Lösch, Bild rechts: Die Ausstellung zum 200. Geburtstag der Babisnauer Pappel im Dreiseithof der Familie Ruhtz in Babisnau, dem ehemaligen Beck´schen Hof.Foto: Herr Lösch
 
2008   Am 16. August feiern mehr als 500 Besucher den 200. „Geburtstag“ der Pappel. Im Dreiseithof der Familie Ruhtz in Babisnau, dem ehemaligen Beck´schen Hof öffnet eine temporäre Ausstellung über den Baum.  
 
Der steinerne Tisch unter der Bismarck-Eiche, im Vordergrund der Pappelstamm. Foto: Veronica TeicherInschrift an der Sandsteinplatte des Tisch in Erinnerung an die großzügige Spenderfamilie. Foto: Veronica Teicher
 
Bild links: Der steinerne Tisch unter der Bismarck-Eiche, im Vordergrund der Pappelstamm. Foto: Veronica Teicher
Bild rechts: Inschrift an der Sandsteinplatte des Tisch in Erinnerung an die großzügige Spenderfamilie. Foto: Veronica Teicher
2009   Ein steinerner Tisch und Bänke wurden – gesponsert von einer Dresdner Spenderfamilie – als Imbissplatz für Wanderer aufgestellt und am Himmelfahrtstag, den 21. Mai, mit einem Festakt eingeweiht.  
Zu den jährlichen Pflanz- und Pflegeaktionen der Regionalgruppe wird das Umfeld der Pappel regelmäßig gepflegt und von Abfall gesäubert. Zwischenzeitlich war die steinerne Tischplatte von Vandalen beschädigt worden und musste repariert werden.
 
(Stand Januar 2017)
› Eiszeitlicher Findling

Eiszeitlicher Findling, Bild: Veronica Teicher

Eiszeitlicher Findling, Bild: Veronica Teicher

Unweit des Sportplatzes der Mittelschule Bannewitz am Anfang des Lehrpfad „Baum des Jahres” liegt  ein großer Stein von etwa 1,8 m Durchmesser und 8,5 t Gewicht. Es ist ein eiszeitlicher Findling aus der benachbarten stillgelegten Kiesgrube - ein Naturdenkmal. Auf Initiative der Regionalgruppe „Goldene Höhe” im Landesverein Sächsischer Heimatschutz wurde er im August 2006 umgesetzt, um ihn hier als Sehenswürdigkeit zu bewahren. Er besteht aus einem grobkörnigen Granit, der nach seiner Struktur und Textur zu urteilen, nur aus Skandinavien stammen kann.

Der Findling markiert die Grenze der maximalen Ausbreitung des skandinavischen Gletschereises in der Elster-Eiszeit des Pleistozäns. Es war die erste von drei nachweisbaren Vergletscherungen Nordeuropas, die nach neuesten Erkenntnissen ihren Höhepunkt vor etwa 250.000 Jahren hatte. Damals breitete sich das skandinavische Kontinentalgletscher bis in das Vorland des Erzgebirges aus. Beim Abschmelzen der Gletscherfront blieb der Findling zurück. Aus diesem Fund und anderen kleineren Steinblöcken mit Durchmessern von 0,5 - 1 m ist erkennbar, dass das Gletscher bei seinem maximalen Vorstoß im Gemeindegebiet Bannewitz bis an den Nordhang von Horkenberg und Gohlig reichte. Und daraus geht hervor, daß damals die Ortslagen von Cunnersdorf, Boderitz, Bannewitz und Goppel von einem mächtigen Eispanzer bedeckt waren, während die anderen Ortsteile vor der Gletscherfront in einer von Schmelzwässern durchtosten arktischen Wüste lagen.
 
Umsetzung des Findlings, Foto: Veronica TeicherEnthüllung der Informationstafel, Foto: Frau Ryssel
 
 
 
 
 
 
 

Bild links: Umsetzung des Findlings, Foto: Veronica Teicher,
Bild rechts: Enthüllung der Informationstafel, Foto: Frau Ryssel

Bei der Umsetzung des Findlings, der Gestaltung des neuen Standorts und beim Aufstellen einer Informationstafel erhielt die Regionalgruppe „Goldene Höhe” großzügige Unterstützung von Grundstückseigentümern, der ortsansässigen Baufirma Bau-Haupt und des Vermessungsbüros Kraft sowie von Gemeindeverwaltung und Ortschaftsrat Bannewitz.

Im Laufe der Jahre mussten die Mitglieder der Regionalgruppe feststellen, dass auch ein 8,5 t – Stein nicht vor Beschädigungen gefeit ist. Mehrmals mussten Graffiti beseitigt und die Informationstafel nach 7 Jahren erneuert werden.

(Stand Januar 2017)
› Lehrpfad „Baum des Jahres”
Blick vom Lehrpfad nach Dresden, Foto: Veronica Teicher
 
Blick vom Lehrpfad nach Dresden, Foto: Veronica Teicher
 
Die Gestaltung des Lehrpfad „Baum des Jahres” ist eine besondere umweltbereichernde Maßnahme der Regionalgruppe „Goldene Höhe”. Für den Lehrpfad bot sich der alte Bahndamm der 1951 stillgelegten Windbergbahn zwischen der Oberschule Bannewitz und dem Gelände des Marienschachts an – jetzt ein stark frequentierter Fuß- und Radweg. An diesem Standort waren bereits eine Reihe gut entwickelter Bäume aus natürlicher Sukzession bzw. früheren Pflanzungen vorhanden, u.a. von den bisherigen Bäumen des Jahres:
  • Stieleiche - 1989
  • Sommerlinde - 1991
  • Spitzahorn - 1995
  • Sandbirke - 2000
  • Esche - 2001
  • Bergahorn - 2009
Im Herbst 2001 begannen die Pflanzungen der bis zu diesem Zeitpunkt als „Baum des Jahres” gewählten Arten:
  • Bergulme - 1992
  • Speierling - 1993
  • Eibe - 1994
  • Hainbuche - 1996
  • Eberesche - 1997
  • Wildbirne - 1998
  • Silberweide - 1999
  • Wacholder - 2002
Im Frühjahr und Herbst 2002 erfolgte die Beschilderung der Bäume, zusätzlich auch von Bergahorn und Mehlbeere, sowie die Ergänzungspflanzung einer
  • Rotbuche - 1990
In den Folgejahren wurde der Lehrpfad jeweils nach der Veröffentlichung des „Baum des Jahres” wie folgt ergänzt:
  • Schwarzerle - 2003
  • Weißtanne - 2004
  • Roßkastanie - 2005
  • Schwarzpappel - 2006
  • Waldkiefer - 2007
  • Walnuß - 2008
  • Vogel-Kirsche - 2010
  • Elsbeere - 2011
  • Europäische Lärche - 2012
  • Wildapfel - 2013
  • Trauben-Eiche - 2014
Rotbuche, Baum des Jahres 1990, Foto: Veronica Teicher
Esche, Baum des Jahres 2001, Foto: Veronica TeicherArbeitseinsatz mit Schülern der Mittelschule Bannewitz, 2002, Foto: Veronica Teicher
 
Bilder v. l. n. r.: Rotbuche, Baum des Jahres 1990, Esche, Baum des Jahres 2001,
Arbeitseinsatz mit Schülern der Mittelschule Bannewitz, Fotos:Veronica Teicher
 
Anfangs erfolgten alle Arbeiten durch Mitglieder der Regionalgruppe. Inzwischen sind wegen des hohen Aufwands die Gemeindeverwaltung und der Bauhof stark beteiligt. Die Neupflanzungen der Bäume des Jahres werden schon seit Jahren von Schülern der Oberschule Bannewitz (vorher Mittelschule) unter Anleitung ausgeführt. Der Ortschaftsrat Bannewitz gibt finanzielle Unterstützung beim Kauf von Bäumen und Zubehör. Zuletzt wurde der Lehrpfad mit den Bäumen der Jahre 2015 – 2017 ergänzt – mit Feldahorn, Winterlinde und Gemeiner Fichte.
 
(Stand Jan. 2017)
› Streuobstwiese in Possendorf
Streuobstwiese Possendorf, Foto: Veronica Teicher
 
Streuobstwiese Possendorf, Foto: Veronica Teicher
 
Nach einer großzügigen Schenkung an den Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. wurde im Jahre 2010 eine stark verwilderte und ca.2000 m² große Obstwiese der Regionalgruppe „Goldene Höhe“ zur Betreuung und Pflege übergeben. Die Regionalgruppe machte es sich zur Aufgabe diese Wiese wieder herzurichten und fachgerecht sowie umweltfreundlich zu bewirtschaften.
 
Erste Arbeiten nach Übernahme, Foto: Veronika Teicher
Streuobstwiesen sind landschaftsprägende Anpflanzungen von hochstämmigen Obstbäumen in der Nähe von Ortschaften. Es sind Biotope, die auch in Sachsen immer seltener werden. In Possendorf sind es Obstwiesen auf relativ schmalen Flurstreifen, den sogenannten Hausstrichen, rechts des Possendorfer Bachs von der Bebauungsgrenze der Bauernhöfe bis zur Feldflur. In diesem Areal befindet sich das geschenkte Grundstück. Die Bäume sind traditionell in Reihen gepflanzt. Dies war früher vorteilhaft bei der Grasmahd und Heugewinnung. Wurden die Wiesen außerdem für die Beweidung genutzt, so waren sie eingezäunt. Die alten Obstbäume waren und sind zur Blütezeit eine Augenweide und das Obst ein Gaumenschmaus. Es konnte und kann immer noch vielfältig verarbeitet werden. Durch die spezielle Nutzungsart der Wiesen über viele Jahrzehnte hinweg konnte sich eine artenreiche Tier- und Pflanzengesellschaft einstellen. Bild links: Erste Arbeiten nach Übernahme, Foto: Veronica Teicher
 
Zustand März 2012, Foto: Veronica TeicherZustand April 2012, Foto: Veronica Teicher
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bild links: Zustand März 2012, Foto: Veronica Teicher
Bild rechts: Zustand April 2012, Foto: Veronica Teicher
 
Ab März 2011 erfolgten erste Arbeiten auf der geschenkten Fläche, nämlich Grasmahd, Bau eines Zauns und Beseitigung von Buschwerk. Im Januar 2012 wurden sechs haushohe Fichten gefällt. Der Bauhof der Gemeinde entsorgte die Äste. Im März 2012 wurde eine verwilderte Hecke durch eine Garten- und Landschaftsbaufirma fachgerecht zurückgesetzt und gestapelt. Nach mehr als einem Jahr der Trocknung setzten Mitglieder der Regionalgruppe den Stapel nochmals um und verbrannten mit Genehmigung das dürre Reisig. Damit wurde ab Frühjahr 2013 die Fläche frei für eine Beweidung mit 2 Schafen – lebenden Rasenmähern in einem mobilen Gatter. Zwischenzeitlich wurde die Wiese für die Aktion „Pro Jugend“ genutzt, wobei die Mitglieder der Jugendfeuerwehr unter Anleitung zwei Nisthilfen für Insekten, sog. Insektenhotels, anfertigten und montierten.
 
Nach all den nötigen Vorarbeiten konnten endlich im November 2013 dreizehn Obstbäume in vorhandene Lücken gepflanzt werden - alles alte Sorten - und weitere zur Frühjahrspflanzung 2014. So kommt die Regionalgruppe ihrem Ziel, eine traditionelle Obstwiese als wertvolles Landschafts- und Naturschutzelement zu bewirtschaften, immer näher.
Bei der Beweidung mit den Schafen gab es dann doch diverse Probleme und deshalb wurde 2015 die Wiese maschinell gemäht und gemulcht. Andererseits konnte ein Imker gewonnen werden, der dort einige Bienenvölker betreute. Aber auch mit den Bienen gab es ein Problem, denn ein Volk hatte sich geteilt und ein Schwarm hing in Nachbars Garten an einem Baum.

So wird die Regionalgruppe auch in Zukunft nach bestmöglichen Lösungen bei der Bewirtschaftung der Obstwiese suchen und weitere Aktivitäten folgen lassen. Die Ernten 2014 und 2016 waren gut, der gepresste Saft köstlich und die Äpfel lecker. Der gepresste Saft war einfach köstlich und in kürzester Zeit zum Selbstkostenpreis verkauft.
Die Obstwiese befindet sich an der Oberen Bergstraße. Von der Kreischaer Straße kommend ist es das zweite Gartengrundstück auf der rechten Seite.
 
(Stand Januar 2017)