Regionalgruppe Goldene Höhe

Unsere ehrenamtliche Tätigkeit seit 1993:
  • Zwei Pflanz- und Pflegeaktionen pro Jahr mit jeweils 60 - 100 Bürgerinnen und Bürgern in den Ortsteilen der Gemeinde (Feldhecken, wegebegleitende Baumpflanzungen u.a.)
  • Ein bis zwei Pflegeeinsätze pro Jahr auf Halbtrockenrasen, Feuchtwiesen (Vorkommen des Ameisenbläulings)
  • am Lehrpfad „Baum des Jahres”, auf dem Gohlig und anderen Stellen des Gemeindegebiets
  • Jährliche Pflanzaktionen mit Schülern der Oberschule Bannewitz am Lehrpfad „Baum des Jahres”
  • Organisation und Koordinierung der Sanierung einer 140-jährigen Triangulationssäule und ihres Umfeldes auf dem Gohlig von 2001 bis 2005, feierliche Übergabe am 03.06.2005, ständige Pflege des Areals
  • Erfassung und Dokumentierung von 2308 lfd.m Trockenmauern (66 Objekte in 9 Ortsteilen)
  • Betreuung von Krötenwanderwegen, Nistkästen und Fledermausquartieren
  • Untersuchungen zur Artenvielfalt auf den Gebieten Botanik, Ornithologie (z.B. Schwalbenzählung), Entomologie (insbesondere Schmetterlinge) und Mykologie (Pilze)
  • Mitwirkung bei der Gestaltung eines Aussichtspunktes auf der Halde des Marienschachts
  • Mitwirkung an Arbeiten zur Heimatgeschichte, Ortschronik
  • Wanderwegepflege und -beschilderung
  • Teichsanierung und Anlage von 3 Laichtaschen an Fließgewässern
  • Informationsveranstaltungen zu Jahresbeginn mit populärwissenschaftlichem Vortrag, Abrechnung der Aktivitäten des Vorjahrs und Vorstellung des Jahresprogramms
  • Ab 2002 jährliche Organisation einer gemeinsamen Busfahrt zu ausgewählten Sehenswürdigkeiten unserer sächsischen Heimat
  • Vorbereitung und Koordinierung von landschaftsgestalterischen Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz/Osterzgebirge e.V.
  • Stellungnahmen zu Verkehrsprojekten (Autobahn A 17, Staatstr. 191 n) und Bebauungsplänen
  • Umsetzung eines eiszeitlichen Findlings von Privatland auf ein gemeindeeigenes Grundstück
  • Pflege des Naturdenkmals Babisnauer Pappel, incl. umgebendes Areal und Aussichtsplattform, und Ausrichtung einer Festveranstaltung zum 200. Jahrestag des Baumes im August 2008
  • Aufstellen eines steinernen Tischs mit zwei Bänken an der Babisnauer Pappel als Imbissplatz für Wanderer,
  • Restaurierung des Schill-Denkmals im OT Wilmsdorf und Mitwirkung an einer Gedenkveranstaltung zum 200. Todestag des deutschen Patrioten
  • Pflege und teilweise Neubepflanzung einer alten Streuobstwiese im Ortsteil Possendorf
  • Gestaltung und Pflege einer kleinen Ausstellung historischer landwirtschaftlicher Geräte im Ortsteil Wilmsdorf,
  • Mitwirkung und Betreuung an den sog. 48-Stunden-Aktionen der Jugendfeuerwehr der Gemeinde.
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Projekte

› Lehrpfad „Baum des Jahres”
Die Gestaltung des Lehrpfad „Baum des Jahres” ist eine besondere umweltbereichernde Maßnahme der Regionalgruppe „Goldene Höhe”. Für den Lehrpfad bot sich der alte Bahndamm der 1951 stillgelegten Windbergbahn zwischen der Oberschule Bannewitz und dem Gelände des Marienschachts an – jetzt ein stark frequentierter Fuß- und Radweg. An diesem Standort waren bereits eine Reihe gut entwickelter Bäume aus natürlicher Sukzession bzw. früheren Pflanzungen vorhanden, u.a. von den bisherigen Bäumen des Jahres:
  • Stieleiche - 1989
  • Sommerlinde - 1991
  • Spitzahorn - 1995
  • Sandbirke - 2000
  • Esche - 2001
  • Bergahorn - 2009
Im Herbst 2001 begannen die Pflanzungen der bis zu diesem Zeitpunkt als „Baum des Jahres” gewählten Arten:
  • Bergulme - 1992
  • Speierling - 1993
  • Eibe - 1994
  • Hainbuche - 1996
  • Eberesche - 1997
  • Wildbirne - 1998
  • Silberweide - 1999
  • Wacholder - 2002
Im Frühjahr und Herbst 2002 erfolgte die Beschilderung der Bäume, zusätzlich auch von Bergahorn und Mehlbeere, sowie die Ergänzungspflanzung einer
  • Rotbuche - 1990
In den Folgejahren wurde der Lehrpfad jeweils nach der Veröffentlichung des „Baum des Jahres” wie folgt ergänzt:
  • Schwarzerle - 2003
  • Weißtanne - 2004
  • Roßkastanie - 2005
  • Schwarzpappel - 2006
  • Waldkiefer - 2007
  • Walnuß - 2008
  • Vogel-Kirsche - 2010
  • Elsbeere - 2011
  • Europäische Lärche - 2012
  • Wildapfel - 2013
  • Trauben-Eiche - 2014
Anfangs erfolgten alle Arbeiten durch Mitglieder der Regionalgruppe. Inzwischen sind wegen des hohen Aufwands die Gemeindeverwaltung und der Bauhof stark beteiligt. Die Neupflanzungen der Bäume des Jahres werden schon seit Jahren von Schülern der Oberschule Bannewitz (vorher Mittelschule) unter Anleitung ausgeführt. Der Ortschaftsrat Bannewitz gibt finanzielle Unterstützung beim Kauf von Bäumen und Zubehör. Zuletzt wurde der Lehrpfad mit den Bäumen der Jahre 2015 – 2017 ergänzt – mit Feldahorn, Winterlinde und Gemeiner Fichte.
 
(Stand Jan. 2017)
› Rekonstruktion und Sanierung der Triangulationssäule Gohlig
Die Säule wurde 1865 im Rahmen der Arbeiten zur „Mitteleuropäischen Gradmessung” und „Königlich Sächsischen Triangulirung” auf dem Gohlig errichtet. Sie besteht aus dem Sandstein des unmittelbar benachbarten Steinbruchs. Ihre Höhe beträgt 4 m. Heute wird sie als technisches Denkmal geführt.
 
Die Säule war ein Festpunkt der Landesvermessung, die unter Leitung von Prof. August Nagel im Königreich Sachsen in den Jahren 1862 – 1890 ausgeführt wurde. Dabei war die Station Gohlig ursprünglich für die Gradmessung im Netz I. Classe konzipiert, was an ihrer Gestaltung und Beschriftung erkennbar ist. Sie wurde später wegen Sichtproblemen zu benachbarten Stationen in das Netz II.Classe integriert. Die beiden Netze für das Königreich Sachsen umfaßten 158 Punkte. Damit verfügte Sachsen auf dem Gebiet der Landesvermessung über eines der modernsten Lagenetzen Deutschlands in dieser Zeit.
 
Im Laufe der Jahrzehnte geriet die Säule in Vergessenheit. Mit dem Niedergang und Verfall der Gaststätte „Goldene Höhe” holte sich die Natur dieses Gelände zurück. Dichtes Strauchwerk wucherte um die Säule. Vielleicht war das ein Glücksfall, denn so blieb sie uns – wenn auch verwittert und etwas beschädigt – erhalten.
 
2001 wurde das Vorhaben Rekonstruktion und Sanierung der Triangulationssäule zur Schwerpunktaufgabe der Regionalgruppe „Goldene Höhe”. Zwischen dem Grundstückseigentümer und dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. wurde, unterstützt durch die Gemeinde Bannewitz, eine notarielle Vereinbarung über die dauerhafte Nutzung und Pflege von 1000 Quadratmetern um die Säule getroffen. In vielen Arbeitseinsätzen wurde das Gelände von Wildwuchs und Unrat beräumt und Ergänzungspflanzungen vorgenommen. Es entstanden neue Wege und Abgrenzungen. Insgesamt mehr als 500 Std. freiwilliger Arbeit wurden von den Mitgliedern der Regionalgruppe, der AG Naturschutz/Landschaftspflege sowie engagierten Bürgern der Gemeinde Bannewitz geleistet.
 
Für die Sanierung der Triangulationssäule, aber auch für die Gestaltung des Umfeldes mit Wegen, Bänken, Informationstafeln, einer Fußgängerbrücke und Bepflanzung, wurden von Bürgern, Vereinen, Firmen und der Gemeindeverwaltung beachtliche Spendenmittel zur Verfügung gestellt. Die Höhe der Geldspenden betrug über 6000 Euro, die der Sachspenden und Sachleistungen etwa 9000 Euro.
 
Am 3. Juni 2005, anläßlich des 140. Jahrestags ihrer Aufstellung, konnte die restaurierte Triangulationssäule und das sie umgebende, neu gestaltete, gartenähnliche Areal mit einem kleinen Festakt und anschließendem Volksfest übergeben werden. Jetzt gilt es, sie weiterhin zu schützen und zu bewahrenund das Umfeld zu pflegen.
 
(Stand Jan. 2017)
 
› Eiszeitlicher Findling
Unweit des Sportplatzes der Mittelschule Bannewitz am Anfang des Lehrpfad „Baum des Jahres” liegt seit kurzem ein großer Stein von etwa 1,8 m Durchmesser und 8,5 t Gewicht. Es ist ein eiszeitlicher Findling aus der benachbarten stillgelegten Kiesgrube - ein Naturdenkmal. Auf Initiative der Regionalgruppe „Goldene Höhe” im Landesverein Sächsischer Heimatschutz wurde er im August 2006 umgesetzt, um ihn hier als Sehenswürdigkeit zu bewahren. Er besteht aus einem grobkörnigen Granit, der nach seiner Struktur und Textur zu urteilen, nur aus Skandinavien stammen kann.

Der Findling markiert die Grenze der maximalen Ausbreitung des skandinavischen Gletschereises in der Elster-Eiszeit des Pleistozäns. Es war die erste von drei nachweisbaren Vergletscherungen Nordeuropas, die nach neuesten Erkenntnissen ihren Höhepunkt vor etwa 250.000 Jahren hatte. Damals breitete sich das skandinavische Kontinentalgletscher bis in das Vorland des Erzgebirges aus. Beim Abschmelzen der Gletscherfront blieb der Findling zurück. Aus diesem Fund und anderen kleineren Steinblöcken mit Durchmessern von 0,5 - 1 m ist erkennbar, dass das Gletscher bei seinem maximalen Vorstoß im Gemeindegebiet Bannewitz bis an den Nordhang von Horkenberg und Gohlig reichte. Und daraus geht hervor, daß damals die Ortslagen von Cunnersdorf, Boderitz, Bannewitz und Goppel von einem mächtigen Eispanzer bedeckt waren, während die anderen Ortsteile vor der Gletscherfront in einer von Schmelzwässern durchtosten arktischen Wüste lagen.

Bei der Umsetzung des Findlings, der Gestaltung des neuen Standorts und beim Aufstellen einer Informationstafel erhielt die Regionalgruppe „Goldene Höhe” großzügige Unterstützung von Grundstückseigentümern, der ortsansässigen Baufirma Bau-Haupt und des Vermessungsbüros Kraft sowie von Gemeindeverwaltung und Ortschaftsrat Bannewitz.

Im Laufe der Jahre mussten die Mitglieder der Regionalgruppe feststellen, dass auch ein 8,5 t – Stein nicht vor Beschädigungen gefeit ist. Mehrmals mussten Graffiti beseitigt und die Informationstafel nach 7 Jahren erneuert werden.

(Stand Januar 2017)
› Babisnauer Pappel
Die Babisnauer Pappel ist eine weithin sichtbare Landmarke, ein beliebtes Wanderziel, wunderschöner Ausichtspunkt und eines der bedeutendsten Naturdenkmale im Süden Dresdens. Sie steht auf dem ansonsten kahlen Zughübel an der Grenze zwischen den Gemeinden Bannewitz, Ortsteil Golberode, und Kreischa, Gemeindeteil Babisnau. Die Regionalgruppe „Goldene Höhe” pflegt den Baum und sein unmittelbares Umland gemeinsam mit der Ortsgruppe Babisnau im Landesverein Sächsischer Heimatschutz und dem Heimat- und Fremdenverkehrsverein Kreischa.
 
Eigentlich sind es zwei Bäume, die aus der Ferne als eine Silhouette wahrgenommen werden. Die Bismarck-Eiche hat fast die Größe der Pappel und verschmilzt mit ihr. Und ein weiteres Bäumchen, eine Nachpflanzung, ist 2006 dazu gekommen.
Die Babisnauer Pappel – eine Schwarzpappel – ist auch eine botanische Rarität. Von dieser Art gibt es in Sachsen weniger als 200 Exemplare. Unser Baum ist über 200 Jahre alt. Er hat einen Stammumfang von über 5 m, eine Höhe von gegenwärtig 17 m und er besticht durch sein knorriges, vom Wind zerzaustes Aussehen.
 
Zur Geschichte:
  • 808 Der Babisnauer Bauer Johann Gottlob Beck pflanzt die Pappel am Feldrand.
  • 1866 Im Krieg gegen Preussen bauen sächsische Pioniere eine Beobachtungsplattform in den Baum.
  • 1884 Der Nachfolger Becks, Bauer Gießmann, will die Pappel fällen. Um sie erhalten zu können, kauft der Gebirgsverein für die Sächsisch-Böhmische Schweiz den Baum und pachtet das dazugehörige Land. Fünf Jahre später kauft der Verein das Land, auf dem der Baum steht.
  • 1885 Das erste hölzerne Aussichtsgerüst für Wanderer wird gebaut. Es wird 1922 erneuert.
  • 1890 Die Bismarck-Eiche wird gepflanzt.
  • 1937 Die Pappel wird als Naturdenkmal unter staatlichen Schutz gestellt.
  • 1963 Von der Gemeinde Bärenklause-Kautzsch wird der Bau einer Aussichtsplattform aus Metall neben der mittlerweilen volkseigenen Pappel veranlasst.
  • 1996 Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz erwirbt die Pappel.
  • 1999 Die jetzige Aussichtsplattform wird errichtet.
  • 2006 Eine 13-jährige Schwarzpappel wird von Vereinsmitgliedern gepflanzt. Sie war vom Vorsitzenden der Ortsgruppe Babisnau, Herrn Ruhtz, aus einem Steckling des alten Baums gezogen worden.
  • 2008 Am 16. August feiern mehr als 500 Besucher den 200. „Geburtstag“ der Pappel. Im Dreiseithof der Familie Ruhtz in Babisnau, dem ehemaligen Beck´schen Hof öffnet eine temporäre Ausstellung über den Baum.
  • 2009 Ein steinerner Tisch und Bänke wurden – gesponsert von einer Dresdner Spenderfamilie – als Imbissplatz für Wanderer aufgestellt und am Himmelfahrtstag, den 21. Mai, mit einem Festakt eingeweiht.
Zu den jährlichen Pflanz- und Pflegeaktionen der Regionalgruppe wird das Umfeld der Pappel regelmäßig gepflegt und von Abfall gesäubert. Zwischenzeitlich war die steinerne Tischplatte von Vandalen beschädigt worden und musste repariert werden.
(Stand Januar 2017)
› Restaurierung Schill-Denkmal
Von Sommer 2008 bis Frühjahr 2009 war die Restaurierung des Schill-Denkmals im Bannewitzer Ortsteil Wilmsdorf ein Schwerpunkt in der Arbeit der Regionalgruppe „Goldene Höhe “
 
Ferdinand von Schill wurde am 6.1.1776 in Wilmsdorf geboren. Das Denkmal stammt aus dem Jahre 1904. Es steht vor Schills Geburtshaus, in der jetzigen Ferdinand-von-Schill-Straße. Dort befindet sich auch eine kleine Ausstellung über den bekannten deutschen Patrioten, die jedoch nur zu besonderen Anlässen geöffnet ist. 1809 war Major Ferdinand von Schill eigenmächtig mit seinem Husarenregiment von Berlin nach Westfalen und weiter zur Ostsee gezogen. Unterwegs rief er das deutsche Volk zum Aufstand gegen die französische Besatzung auf. Es kam zu siegreichen Gefechten bei Magdeburg und Damgarten und zur Einnahme Stralsunds. Am 31.05. 1809 fiel Schill beim Straßenkampf in Stralsund.
 
Der 200. Todestag sollte im OT Wilmsdorf würdig begangen werden. Zur Vorbereitung der Gedenkveranstaltung hatte sich unter Vorsitz des Bürgermeisters eine Arbeitsgruppe gebildet, in der die Regionalgruppe „Goldene Höhe “ maßgeblich mitwirkte. Die Mitglieder der Regionalgruppe widmeten sich vor allem der Restaurierung des Schill-Denkmals. Im einzelnen ging es um
  • die Reinigung und Ausbesserung des Sandsteinkörpers,
  • die Reinigung des Messing-Medaillons und der Schrifttafel,
  • die Neugestaltung der Denkmalsabgrenzung mit Kette,
  • die gärtnerische Gestaltung des Umfelds,
  • die Erneuerung einer Informationstafel.
All das wäre ohne spezialisierte Firmen und ohne großzügige Spender nicht möglich gewesen. An ihre Beteiligung erinnert jetzt eine Plexiglas-Tafel auf der Rückseite des Denkmals.
 
Am 30.05.2009 fand als bedeutsamer Höhepunkt im Gemeindeleben die gut besuchte Gedenkveranstaltung zu Schills 200. Todestag vorm erneuerten Denkmal statt. Bundeswehrsoldaten standen Ehrenwache. Major Georgi von der Offiziersschule des Heeres in Dresden hielt eine beeindruckende, die Persönlichkeit Schills analysierende und würdigende Festansprache. Die aktualisierte Ausstellung im Schill-Haus war geöffnet. Auf großem Bildschirm lief eine Bildsequenz in Endlosschleife über Schills Leben und seine Zeit.
Das restaurierte Denkmal verschönert auf Dauer die Ferdinand-von-Schill-Straße in Wilmsdorf und erinnert an einen außergewöhnlichen Menschen. Es wird zu den jährlichen Pflanz- und Pflegeaktionen der Regionalgruppe regelmäßig gepflegt.
 
(Stand Januar 2017)
 
› Streuobstwiese in Possendorf
Nach einer großzügigen Schenkung an den Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. wurde im Jahre 2010 eine stark verwilderte und ca.2000 m² große Obstwiese der Regionalgruppe „Goldene Höhe“ zur Betreuung und Pflege übergeben. Die Regionalgruppe machte es sich zur Aufgabe diese Wiese wieder herzurichten und fachgerecht sowie umweltfreundlich zu bewirtschaften.
 
Streuobstwiesen sind landschaftsprägende Anpflanzungen von hochstämmigen Obstbäumen in der Nähe von Ortschaften. Es sind Biotope, die auch in Sachsen immer seltener werden. In Possendorf sind es Obstwiesen auf relativ schmalen Flurstreifen, den sogenannten Hausstrichen, rechts des Possendorfer Bachs von der Bebauungsgrenze der Bauernhöfe bis zur Feldflur. In diesem Areal befindet sich das geschenkte Grundstück. Die Bäume sind traditionell in Reihen gepflanzt. Dies war früher vorteilhaft bei der Grasmahd und Heugewinnung. Wurden die Wiesen außerdem für die Beweidung genutzt, so waren sie eingezäunt. Die alten Obstbäume waren und sind zur Blütezeit eine Augenweide und das Obst ein Gaumenschmaus. Es konnte und kann immer noch vielfältig verarbeitet werden. Durch die spezielle Nutzungsart der Wiesen über viele Jahrzehnte hinweg konnte sich eine artenreiche Tier- und Pflanzengesellschaft einstellen.
 
Ab März 2011 erfolgten erste Arbeiten auf der geschenkten Fläche, nämlich Grasmahd, Bau eines Zauns und Beseitigung von Buschwerk. Im Januar 2012 wurden sechs haushohe Fichten gefällt. Der Bauhof der Gemeinde entsorgte die Äste. Im März 2012 wurde eine verwilderte Hecke durch eine Garten- und Landschaftsbaufirma fachgerecht zurückgesetzt und gestapelt. Nach mehr als einem Jahr der Trocknung setzten Mitglieder der Regionalgruppe den Stapel nochmals um und verbrannten mit Genehmigung das dürre Reisig. Damit wurde ab Frühjahr 2013 die Fläche frei für eine Beweidung mit 2 Schafen – lebenden Rasenmähern in einem mobilen Gatter. Zwischenzeitlich wurde die Wiese für die Aktion „Pro Jugend“ genutzt, wobei die Mitglieder der Jugendfeuerwehr unter Anleitung zwei Nisthilfen für Insekten, sog. Insektenhotels, anfertigten und montierten.
 
Nach all den nötigen Vorarbeiten konnten endlich im November 2013 dreizehn Obstbäume in vorhandene Lücken gepflanzt werden - alles alte Sorten - und weitere zur Frühjahrspflanzung 2014. So kommt die Regionalgruppe ihrem Ziel, eine traditionelle Obstwiese als wertvolles Landschafts- und Naturschutzelement zu bewirtschaften, immer näher.
Bei der Beweidung mit den Schafen gab es dann doch diverse Probleme und deshalb wurde 2015 die Wiese maschinell gemäht und gemulcht. Andererseits konnte ein Imker gewonnen werden, der dort einige Bienenvölker betreute. Aber auch mit den Bienen gab es ein Problem, denn ein Volk hatte sich geteilt und ein Schwarm hing in Nachbars Garten an einem Baum.

So wird die Regionalgruppe auch in Zukunft nach bestmöglichen Lösungen bei der Bewirtschaftung der Obstwiese suchen und weitere Aktivitäten folgen lassen. Die Ernten 2014 und 2016 waren gut, der gepresste Saft köstlich und die Äpfel lecker. Der gepresste Saft war einfach köstlich und in kürzester Zeit zum Selbstkostenpreis verkauft.
Die Obstwiese befindet sich an der Oberen Bergstraße. Von der Kreischaer Straße kommend ist es das zweite Gartengrundstück auf der rechten Seite.
 
(Stand Januar 2017)