Ausstellung: Barbara Lorenz Höfer „Briefe aus der Heimat, 18“

Ausstellung zum 100. Jahrestag Ende Erster Weltkrieg auf dem Nordfriedhof vom 17.8. bis 16.9.2018
 
Eröffnung, 17.8.2018, 18 Uhr
Begrüßung von Susan Donath (Kuratorin der Ausstellung)
Künstlergespräch mit Barbara Lorenz Höfer (Künstlerin) und Michael Wächter (Theologe, Kunsthistoriker)
 
In folgender PDF finden Sie die Postkarte zur Ausstellung.
 
Die Bildhauerin Barbara Lorenz Höfer (geb. 1958 in Jork) beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Thema Krieg und Vertreibung sowie mit religiösen Inhalten. Diese beiden Pole überschneiden sich zum Teil auch in den Arbeiten. In der Ausstellung in der Kapelle des Nordfriedhofes liegt der Schwerpunkt bei der Auswahl der Arbeiten auf dem Ersten Weltkrieg, wobei sich der Bogen auch über den Zweiten Weltkrieg bis ins Jetzt ziehen lässt.
Für Lorenz Höfers Arbeitsweise ist es typisch, sich zunächst inhaltlich mit einem Thema auseinander zu setzen. Während dieser Phase entdeckt sie in der Regel Originalmaterial, was Teil neuer Skulpturen und Installationen wird. Im Endresultat ist das Kunstwerk ein Hybrid aus Geschichte, Fundstück und zeitgenössischer Materie. Ausgangspunkt vieler Arbeiten der letzten 15 Jahre sind Feldpostbriefe aus dem Ersten Weltkrieg. Sie erscheinen im Hintergrund als Textur bzw. Oberfläche der Skulpturen. In der Ausstellung werden mehrere Objekte dieser Art gezeigt. Ein fast gleichstarkes Element im Werk und der Ausstellung sind alte Bollerwagen, die in mehreren Installationen weiterverarbeitet wurden. Einer dieser Wagen ist aus Dresden und wurde 1945 das letzte Mal in seiner ursprünglichen Funktion genutzt.
Neben den bereits bestehenden Arbeiten stellt Barbara Lorenz Höfer zwei neue Kunstwerke aus. Eine Skulptur im Außenbereich und in der Apsis der Kapelle zwei „Kirchenfenster“. Die Fenster wurden speziell für die Kapelle angefertigt. Spannend ist an dieser Stelle der geschichtliche Hintergrund der Arbeit: der Kieler Matrosenaufstand von 1918 und die Räterepublik in München. Zunächst verweigerten Matrosen den Befehl, die Arbeiter schlossen sich nachfolgend an, um einen Friedensvertrag zu erzwingen. Es folgte die Novemberrevolution, das Ende der Monarchie und die Entstehung der Weimarer Republik.
Die Skulptur im Außenbereich ist angelehnt an die Figur des Charon aus der griechischen Mythologie. Er, der Fährmann überführt gegen einen Obolus die Toten ins Totenreich. Charon ist die einzige Verbindung zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten. Im Fall der Ausstellung verbindet er den Ausstellungsraum mit dem Friedhofsareal.
Generell ist Lorenz Höfers Materialauswahl und Werk nicht als Hommage an „alte Zeiten“ sondern als eine kritische Auseinandersetzung mit Geschichte und ihren Folgen zu verstehen. Die Ausstellung hat das Potential, andere Perspektiven einzunehmen und zu sehen.
 
Weiterführende Informationen zu Ba​rbara Lorenz Höfer finden Sie auf folgender Internetseite:

www.barbara-lorenz-hoefer.com

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