Busfahrt 10: Nach Wittenberg und Annaburg – 600 Jahre Sachsen

1180 erhielt der Askanier Bernhard nach dem Sturz Heinrichs des Löwen Wittenberg und Lauenburg als Herzogtum Sachsen. 1260 entstanden durch Teilungen die Linien Sachsen- Lauenburg und Sachsen-Wittenberg. 1269 kamen Gebiete der Burggrafschaft Magdeburg, 1288 die Pfalzgrafenwürde und 1290 der größte Teil der Grafschaft Brehna hinzu. 1356 erlangte das Herzogtum Sachsen-Wittenberg durch die Goldene Bulle die sächsische Kurwürde. Nach dem Aussterben der sächsisch-wittenbergischen Linie der Askanier im Mannesstamm 1422 belehnte 1423 der römisch-deutsche König Sigismund den Markgrafen Friedrich den Streitbaren aus der Linie der Wettiner mit dem Herzogtum, wodurch auch die sächsische Kurwürde 1423 an diesen überging. Damit wurde der Name Sachsen auf die Markgrafen und die Mark Meißen übertragen und bürgerte sich zunehmend für das gesamte meißnisch-thüringische Herrschaftsgebiet ein. Im Rahmen der Exkursion lernen Sie Wittenberg als Residenzstadt der askanischen Kurfürsten und das heutige Annaburg kennen. Wittenberg, seit 1938 Lutherstadt, ist Sitz des Landkreises Wittenberg. Sie liegt in der norddeutschen Tiefebene an der Elbe zwischen Dessau-Roßlau im Westen, dem Fläming im Norden, der Dübener Heide im Süden und dem Elbe–Elster–Land im Osten und hat ca. 45.000 Einwohner. 1180 als Burgward genannt war Wittenberg ab 1261 Residenz und Hauptort des Herzogstums. 1293 wurde das Stadtrecht verliehen. Nach dem Übergang an die Wettiner war Wittenberg von 1486–1547 Residenz der sächsischen Kurfürsten. Dies war die Blütezeit der Stadt mit Universitätsgründung 1502, der Reformation und dem Wirken Lukas Cranachs d. Älteren. Sie wurde ab dem 16. Jahrhundert zur stärksten Festung an der mittleren Elbe ausgebaut und fiel nach der Schlacht von Mühlberg 1547 an die Albertiner. Im Nordischen Krieg von den Schweden besetzt, fiel sie im Siebenjährigen Krieg an Preußen.
Am 13.10.1760 wurde sie von der Reichsarmee zur Kapitulation gezwungen. Dabei wurde die Stadt schwer beschädigt und das Schloss mit Kirche zerstört. 1806 von den Franzosen besetzt, wurde sie 1814 von Preußen erstürmt und ab 1816 Teil der preußischen Provinz Sachsen. Nach 1817 sank Wittenberg zu einer unbedeutenden Land- und Garnisonsstadt herab, nachdem die Universität nach Halle verlegt wurde. Erst die Entfestigung der Stadt nach 1873 führte zu einem neuen Aufschwung. Im 20. Jahrhundert folgte Wittenberg der allgemeinen Entwicklung Deutschlands und der DDR. 2014 wurde Wittenberg als vierte Stadt in Europa der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ verliehen. Seit 2012 ziehen Jahr für Jahr mehr Menschen nach Wittenberg als von dort weg, wozu nach 2019 die schnelle ICE-Verbindung nach Berlin beiträgt. Wir werden im Rahmen eines großen Stadtrundganges insbesondere Sehenswürdigkeiten aus der Zeit der Askanier besichtigen. Annaburg liegt in der Niederung zwischen Elbe und Schwarzer Elster am Rande eines großen Waldgebietes und hat ca. 6.300 Einwohner. Das Dorf hieß ursprünglich Lochau und war im 12. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Brehna, einer wettinischen Nebenlinie. 1290 kam es an die askanischen Herzöge.
Diese errichteten hier im 13. Jahrhundert eine Wasserburg, die später auch den sächsischen Kurfürsten als Jagdschloss diente. Den Folgen eines Schlossbrandes 1422 erlag der letzte askanische Kurfürst Albrecht III und auch Annaburg kam 1423 an die Wettiner. 1445 ließ Kurfürst Friedrich der Weise einen Neubau errichten, indem er 1525 verstarb. Kurfürst August I. von Sachsen ließ das Schloss abreißen und an gleicher Stelle von 1572-1575 ein Residenz- und Jagdschloss errichten, welches auch als Witwensitz für seine Gemahlin Anna diente.1575 wurde der Ort erstmals Annaburg (nach der Kurfürstin) genannt. Im Dreißigjährigen Krieg wird das Schloss geplündert und seit dem 18. Jahrhundert anderweitig genutzt. Wir werden das Schloss besichtigen und hier die Möglichkeit zum Kaffeetrinken haben. Auf der Rückfahrt gibt es noch einen kurzen Halt am Schloss Lichtenburg in Prettin.
 
Exkursionsleitung: Hans-Georg Knorr
Abfahrt: 7.00 Uhr; Bayrische Straße am Hbf. Dresden

Ankunft: ca. 20 Uhr DD Hbf.

Reisepreis

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ür Mitglieder, Schüler und Studenten: 40,00 €
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ür Nichtmitglieder: 45,00 €

Darin enthalten sind Kosten für die Busfahrt, Führungen und Eintritte. Die Möglichkeit zum Mittagessen ist gegeben. Das Essen ist nicht im Reisepreis enthalten.
 
Unter folgendem Link finden Sie das Exkursionsprogramm und das Anmeldeformular für die Heimatkundlichen Busfahrten 2023.
 

Signet des Denkmalnetzes Sachsen. Exkursionen, die mit diesem Symbol gekennzeichnet sind, behandeln Themengebiete, mit denen sich das Netzwerk inhaltlich beschäftigt. Weiterführende Informationen zum Denkmalnetz erhalten Sie auf folgenen Seiten:
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