Busfahrt 5: Nach Torgau und zum Wermsdorfer Forst

Im Rahmen der Exkursion lernen Sie Torgau und den Wermsdorfer Forst kennen. Sie dürfen sich freuen, dass Herr Dr. André Thieme, ein hervorragender Kenner der sächsischen Geschichte, uns führen wird. Torgau ist Kreisstadt des Landkreises Nordsachsen mit ca. 20.000 Einwohnern und liegt im Norden des Freistaates Sachsen am westlichen Ufer der Elbe am Rand der Dübener Heide. Torgau war vermutlich bereits im 8./9. Jahrhundert ein slawischer Handelsort, da Turgo slawisch Markt bedeutet. Kaiser Otto der II. schenkte 973 dem Erzbistum Magdeburg mit den Honigzehnten im Kleingau Neletici auch Torgau. Ein Markt wird 1119 genannt. Er lag wahrscheinlich in der Vorburgsiedlung an der Marienkirche. Da Torgau an der Elbquerung der Niederen Straße liegt, ist mit einer Burg des 10. Jahrhunderts zu rechnen. Der Ort gehörte seit 1131 mit kurzen Unterbrechungen den Markgrafen von Meißen. Um 1200 erlebte Torgau einen großen Aufschwung und erhielt wohl schon im 12. Jahrhundert das Stadtrecht. Im 13. Jahrhundert wird auch die Stadtmauer errichtet. Eine Elbbrücke besteht seit Mitte des 15. Jahrhunderts. Mit dem Erwerb der Kurwürde wurde Torgau bevorzugte Residenz der Wettiner. Mit der Teilung von 1484 fiel es an die Ernestiner und war häufig ihr Wohnsitz. Seit 1482 wurde die Burg zum standesgemäßen Schloss umgebaut. 1520 erfolgte die Reformation. Nach der Schlacht von Mühlberg 1547 fiel Torgau an die Albertiner, blieb aber eine bevorzugte Nebenresidenz. Die Stadt hatte im Dreißigjährigen Krieg schwer zu leiden – ebenso im Siebenjährigen Krieg. Ab 1811 wurde Torgau zur sächsischen Landesfestung umgebaut und blieb nach 1815 preußische Festung bis 1879. Erst danach setzte eine sehr bescheidene industrielle Entwicklung ein. Am 25. April 1945 trafen sich hier amerikanische und sowjetische Truppen. Seit 1952 gehört Torgau zum Bezirk Leipzig und wurde damit 1990 wieder sächsisch. 1994 wurde die historische Brücke gesprengt und elbaufwärts durch eine neue ersetzt. Der Wermsdorfer Forst ist ein in Nordwestsachsen gelegenes, ca. 13.000 ha großes Wald- und Landschaftsschutzgebiet. Er wird von den Orten Oschatz, Collm, Wermsdorf, Sachsendorf, Dornreichenbach und Luppa begrenzt und von der Bundesstraße 6 durchquert. Der Wald um Wermsdorf hatte vor allem nach der Ostbesiedlung ab 1081 wirtschaftliche Bedeutung für die ganze Region. Die heutige zusammenhängende Flächenausdehnung des geschlossenen Waldgebietes ist allein auf die Erwerbung der Wald- und Jagdgebiete durch Kurfürst August zurückzuführen. Kurfürst Christian II. ließ zwischen 1609 und 1610 ein einfaches Jagdschloss errichten, das 1617 bis 1626 erweitert wurde und heute als Altes Schloss Wermsdorf noch erhalten ist. Ab 1992 wurde im Wermsdorfer Forst eine standortgerechte Bestockung unter der Vermeidung von Kahlschlägen eingeführt. Ziel ist eine naturnahe Waldwirtschaft. Heute ist er im Besitz des Freistaates Sachsen. Die Besiedlung der Region läßt sich bis in die Bronzezeit zurückverfolgen. Östlich von Sachsendorf in Nähe des Kirchenteichs befindet sich das 1081 erstmals erwähnte Dorf Nennewitz. Bereits 1459 wurde es als das „wuste Dorff“ erwähnt. Über die Gründe der Wüstung ist nichts bekannt. Von Professor Dr. Gerhard Billig wurden acht Hofstellen, die nach der Sage tatsächlich teilweise im Wasser lagen, eine um 1200 errichtete Turmhügelburg und eine romanische Saalkirche ausgegraben und mit der Friedrich-Klemm-Gesellschaft zu einem Museum gestaltet. Wir werden unter anderem diese Wüstung und die Wermsdörfer Schlösser von außen besichtigen.
 
Exkursionsleitung: Hans-Georg Knorr
Fachliche Begleitung: Dr. André Thieme,
Geschäftsführer der Festung Königstein gGmbH
Abfahrt: 7.00 Uhr, Bayrische Straße am Hbf. Dresden
Ankunft: ca. 20 Uhr DD - Hbf.

Reisepreis:
für Mitglieder, Schüler, Studenten: 40,00 €
für Nichtmitglieder: 45,00 €

Darin enthalten sind Kosten für die Busfahrt, Führungen und Eintritte. Die Möglichkeit zum Mittagessen und zum Kaffeetrinken ist gegeben. Die Kosten für Verpflegung sind nicht im Reisepreis enthalten. Achtung: Bitte festes Schuhwerk und – wenn nötig – wetterfeste Kleidung tragen.
 
Unter folgendem Link finden Sie das Exkursionsprogramm und das Anmeldeformular für die Heimatkundlichen Busfahrten 2023.
 

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