Busfahrt Nr. 8: Nördliches Harzvorland

Die Fahrt findet statt. Bitte beachten Sie Vorgaben wie Maskenpflicht beim Ein- und Aussteigen in Bus und die Erfassung Ihrer Kontaktdaten.

Im Rahmen dieser Exkursion werden Sie drei für die Geschichte und die Kultur interessante Orte im nördlichen Harzvorland besichtigten: Egeln, Hecklingen und Aschersleben. Im Früh-und Hochmittelalter war die Region in der Hand der Ottonen und lange Zeit im Fokus der Reichspolitik. Als Erstes besichtigen wir die gut erhaltene Wasserburg Egeln. Gegründet wurde Egeln wahrscheinlich durch die Angeln, einem germanischen Stamm. Der Ort wurde erstmals im Jahre 941 als „Osteregulon“ mit einem neuen Kastell durch König Otto I. urkundlich genannt. Dieses Kastell diente dem Schutz der Furt durch die Bode, da hier wichtige Heerstraßen zusammenliefen und zu einer Straße vereinigt nach Magdeburg weiterführten. Im 10./11. Jahrhundert legten die Askanier eine planmäßige Neustadt nordwestlich der Bode mit Markt und Kirche im Schutz einer neuen Burg an. Diese eroberten im Jahre 1250 die Edlen von Hadmersleben. Sie ließen den Ort mit einer starken Mauer befestigen und verliehen ihm Markt-, Zoll- und Stadtrecht. Gleichzeitig verlegten sie ihren Sitz auf die Egelner Burg. 1416 starben die Edlen von Hadmersleben im Mannesstamm aus und ihr Besitz kam über die Grafen Barby 1418 an das Magdeburger Domkapitel. Dieses baute die Burg zum Schloß um und nutzte es als Sommerresidenz und Tafelgut. Unter Erzbischof Günther II. von Schwarzburg (1403–1445/45) wurde die Burg zu einer spätgotischen Anlage umgebaut, die Vorburg erweitert und mit weiteren Scheunen sowie Stallanlagen bebaut. Im Dreißigjährigen Krieg war sie zeitweilig Hauptquartier der Schwedischen Armee und Wohnsitz des Generalfeldmarschall Johan Banér. Danach wurde sie preußische Domäne und als Pacht an verdiente Offiziere vergeben. Nach 1945 war die Anlage Volkseigenes Gut und es kam zu zunehmendem Verfall. 1987 gelang es dem Egelner Uhrmacher Hans Grube den Direktor des Gutes für die „Aktion Wasserburg“ zu gewinnen und somit einen Stadtratsbeschluss zu verhindern, den bereits verlandeten Burggraben gänzlich mit Bauschutt zu verfüllen. Fürsten von Anhalt über. 1559 wurde das Kloster säkularisiert und in ein Rittergut umgewandelt. 1571 kam es an die Familie von Trotha, die schon 1461
das benachbarte Schloss Gänsefurth erworben hatte. Wolf Friedrich von Trotha erbaute etwa zu der Zeit, als der Dreißigjährige Krieg begann, seinen Wohnsitz auf den Grundmauern eines zum Kloster gehörenden Wirtschaftsgebäudes. Es ist dies der ältere, der Renaissance-Teil des Schlosses, dessen Barock-Teil 1720 von Thilo Lebrecht von Trotha errichtet wurde. Schloss und Gutsbesitz der Familie von Trotha in Hecklingen wurden im September 1945 enteignet. Hecklingen liegt
im Harzvorland am Rande der Magdeburger Börde, südlich von Magdeburg, westlich von Staßfurt und nordöstlich von Aschersleben an der der Bode und hat ca. 2850 Einwohner. Im Jahr 1830 besaß es bereits 1268 Einwohner. Durch die Kaliindustrie von Staßfurt entwickelte sich Hecklingen seit etwa 1870 vom landwirtschaftlichen Bauerndorf zu einem Industrieort. 1928 wurde Hecklingen zur Stadt erklärt. Letztes Ziel des heutigen Tages ist die Stadt Aschersleben am Nordostrand des Harzes im Tal der Eine. Es wird als das „Tor zum Harz“ bezeichnet. Die Stadt hat ca. 27.000 Einwohner und ist die älteste urkundlich erwähnte Stadt in Sachsen-Anhalt. Das Gebiet der Stadt wird seit vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Während der Völkerwanderung ließen sich die Warnen in der Gegend nieder. Ortschaften mit der Endung leben deuten darauf hin. Funde belegen dies für das 6. Jahrhundert. Die frühen urkundlichen Nennungen weisen spätestens auf eine Siedlung zwischen 850 bis 875 hin. Im 11. Jahrhundert ging die Stadt in den Besitz des Geschlechtes der Askanier über. Deren Name rührte von Ascania oder Ascharia her, der latinisierten Form der Burg Aschersleben, wobei die Endung -leben weggelassen wurde. Albrecht der Bär stand an der Spitze des Hauses Askanien-Anhalt und ging als Markgraf der Nordmark und noch mehr als Gründer der Mark Brandenburg in die deutsche Geschichte ein. Die Nebenlinie der Anhaltiner entstand 1212. Unter Albrecht I. wurde Aschersleben der Mittelpunkt des umgebenden Verwaltungs- und Gerichtssprengels. Die Bedeutung Ascherslebens für Albrecht dem Bären zeigt die Tatsache, dass erstmals eigene Münzen in Umlauf gebracht wurden. Als er am 18. November 1170 starb, gehörten die Askanier zu den bedeutendsten Fürstengeschlechtern im Heiligen Römischen Reich. Er hinterließ ein weiträumiges Herrschaftsgebiet, das neben der Grafschaft Aschersleben auch Brandenburg, SachsenWittenberg, Sachsen-Lauenburg, sowie Teile Thüringens umfasste. Sein jüngster Sohn Bernhard III. (1140–1212) begründete im 12. Jahrhundert die askanische Grafschaft Aschersleben innerhalb des Fürstentums Anhalt, woraufhin die Stadt Grafschaftssitz, Verwaltungs- sowie Gerichtsort wurde. im Jahre 1212 wurde das Land unter die beiden Söhne des Verstorbenen aufgeteilt: Heinrich I. (1170–1252) übernahm die Regierung in Anhalt, und Albrecht übernahm das sächsische Gebiet. 1218 wurde Heinrich in den Fürstenstand erhoben. Die weitere Geschichte der Askanier war geprägt von ständigen Erbteilungen und damit verbunden Kämpfen. 1250 wurde das Marienkloster gegründet und 1322 wurde mit dem Bau der Stadtbefestigung begonnen. Im Jahre 1325 wurde die Lateinschule von Aschersleben (heute Stephaneum) erstmals erwähnt. 1326 trat die Stadt mit Halberstadt und Quedlinburg dem Halberstädter Dreistädtebund bei, der bis 1477 andauerte. 1406 begann der Bau der Stephanikirche, der 1507 vollendet wurde. 1415 suchte die Pest zum ersten Mal Aschersleben heim. 1426 trat Aschersleben der Hanse bei. 70 Rheinische Goldgulden waren für die Aufnahme in das 1993 wurden der Bergfried und das Torhaus restauriert und diese beherbergen seitdem das Egelner Museum für Vor- und Früh- sowie Stadtgeschichte. Im Oktober 1995 kam die Burganlage in den Besitz der Stadt Egeln und soll das kulturelle Zentrum der Stadt werden. Auf dem Gelände der alten Siedlung Osteregulon gründete der Edelherr Otto von Hadmersleben auf Bitten seiner Frau, Jutta von Blankenburg, 1259 das Kloster Marienstuhl, das bis 1809 als Zisterzienserinnenabtei Bestand hatte. Die erhaltenen Bauten stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Heute hat das kleine Bördestädtchen etwa 3.500 Einwohner und liegt etwa 20 Kilometer südwestlich von Magdeburg auf halbem Weg nach Halberstadt im Salzlandkreis. Danach begeben wir uns nach Hecklingen zur Klosterkirche St. Georg und Pankratius. Sie stammt aus dem 12./13. Jahrhundert und zählt zu den bedeutenden Sakralbauten in der Umgebung des Harzes. Ihre romanische Stuckplastik ist von europäischem Rang. Die erste geschichtliche Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahre 944. Ein um 1070 in der Wüstung Kakelingen, bei Hecklingen gegründetes Kloster kam 1147 unter askanische Vogtei und wurde um 1160 an den in Hecklingen bestehenden Hof der Askanier verlegt. Seit Ende des 13. Jahrhunderts beherbergte es einen Konvent von Augustinerinnen. Anm.: Alvericus von Kakelingen war wohl der Stammvater der Grafen von Plötzkau. Die Vogteirechte gingen nach 1319 an die Städtebündnis zu zahlen (bis 1518). 1428 erhielt die Stadt das Schultheißenamt mit 1443 Burg und Vogtei. Damit war sie eine freie Reichsstadt mit einem verbrieften Territorium und einer eigenen Verwaltung, die Steuern und Zölle erheben durfte. Zwischen 1440 und 1470 wurden große Teile der Stadtbefestigung fertiggestellt. Bis zur Reformation befand sich innerhalb der Mauern der Stadt das Kloster der Barfüßer Bettelmönche vom Franziskanerorden. Vom Kloster zeugt die heutige Marktkirche. Ausgangspunkt der Reformation in Aschersleben war die 1325 gegründete Lateinschule an der Stephanikirche. 1528 und 1566 kam es zu erneuten Pestepidemien. 1566 starben dabei etwa 1400 Menschen. Die Krankheit grassierte nochmals 1625, diesmal mit fast 2800 Todesopfern. Im 30-jährigen Krieg wurde Aschersleben mehrfach besetzt. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 fiel Aschersleben als Teil des Hochstifts Halberstadt an Brandenburg. 1722 wurde Aschersleben zur Garnisonsstadt und 1778 gründete sich die Freimaurerloge Zu den Drei Kleeblättern, deren Tempel noch heute im städtischen Museum zu besichtigen ist. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Aschersleben der neu geschaffenen preußischen Provinz Sachsen zugeordnet. 1850 wütete die Cholera erstmals in Aschersleben mit 164 Toten. 1865 wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen (Bahnstrecke von Dessau nach Halberstadt), was zu einem raschen industriellen Aufschwung führte. 1905 trat die Stadt dem Deutschen Städtetag bei und von 1901 bis 1948 war Aschersleben kreisfreie Stadt. Während des 2. Weltkrieges kam es zu Bombardierungen. Zu DDR-Zeiten wurde die Altstadt vernachlässigt und ganze Straßen-züge, vor allem in den 1980er Jahren, abgerissen. Die 1250-Jahr-Feier der Stadt im Jahre 2003 war ein von Tausenden besuchtes kulturelles Großereignis. Während einer großen Stadtführung werden Sie die Altstadt mit ihren Kirchen, alten Häusern und der bedeutenden Stadtbefestigung kennenlernen.

Exkursionsleitung: Hans-Georg Knorr
Abfahrt: 7.00 Uhr Dresden-Hbf., Bayrische Str.
Zurück: ca. 20.45 Uhr

Unkostenbeitrag
für Mitglieder, Schüler und Studenten: 30,00 €
für Nichtmitglieder: 35,00 €

Enthalten sind die Kosten für Busfahrt, Eintritte, Führungen. Die Gelegenheit zum Mittagessen und des Kaffeetrinkens vor der Heimfahrt ist gegeben, die Kosten für das Mittagessen und Kaffeetrinken sind nicht im Reisepreis enthalten.

Hier können Sie  das  Programm 2021 und das Anmeldeformular aufrufen. (PDF)

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