Der Fall Gleiwitz

Einladung

Filmvorführung „Der Fall Gleiwitz“ am 1. September 2021, 18 Uhr im Benno-Werth-Saal im Stadtmuseum Riesa

Der deutsche Überfall am 1. September 1939 auf Polen jährt sich in diesem Jahr zum 82. Mal. Gleichzeitig markiert das Datum den Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain, der Förderverein der Gedenkstätte und das Stadtmuseum Riesa möchten an diesem Tag an die über 60 Millionen Menschen erinnern, die bis 1945 den verbrecherischen Angriffs- und Eroberungskriegen des nationalsozialistischen Deutschland zum Opfer gefallen sind.

Aus diesem Anlass wird im Stadtmuseum Riesa der DEFA-Film „Der Fall Gleiwitz“ aus dem Jahr 1961 gezeigt: In der nationalsozialistischen Kriegspropaganda diente der von der SS als polnische Provokation fingierte Überfall auf die Rundfunkstation im schlesischen Gleiwitz am 31. August 1939 als Rechtfertigungsgrund für den Überfall auf Polen. In den frühen Morgenstunden des 1. Septembers 1939 begann mit dem verbrecherischen Luftangriff auf die polnische Stadt Wielun und dem Beschuss der Danziger Westerplatte durch die deutsche Kriegsmarine der Zweite Weltkrieg.

In einer Art Doku-Drama stellt der Film minutiös die geheime und blutige Operation der Deutschen nach. Grundlage des Filmdrehbuches waren die Aussagen des beteiligten SS-Sturmbannführers Alfred Naujocks vor den britischen Vernehmungsbehörden und im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher 1945-1946.

Mit stilisierten Schwarzweiß-Bildern, einem expressives Spiel von Licht und Schatten, kühnen Schnittfolgen aus Großaufnahmen und Totalen und einer Musik aus hämmernden Akkorden erscheint "Der Fall Gleiwitz" als ein Meisterwerk der filmischen Avantgarde.

Das Lexikon des internationalen Films schreibt: „Der beeindruckende Film, ein Gleichnis auf mechanische Befehlsvollstreckung in einer totalitären Diktatur, überzeugt durch seine kühlen, geometrischen Bilder und eine Regie, die von allen Nebensächlichkeiten abstrahiert.“

Zur Zeit seines Erscheinens von DDR-Kulturfunktionären als "formalistisch" kritisiert, gilt der Film heute als eines der bedeutendsten Werke antifaschistischer Kunst. In der Bundesrepublik Deutschland wurde der Film ab 1963 gezeigt und trotz des zu dieser Zeit andauernden Kalten Krieges sehr positiv rezipiert.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Nagel M. A.

Gedenkstättenleiter

Stiftung Sächsische Gedenkstätten

Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain

Zurück