Ein Denkmal für Bismarck? Welche Erinnerung an den „Eisernen Kanzler“ braucht Bautzen?

Zeit:              19.30 Uhr

Ort:               Bildungsgut Schmochtitz Sankt Benno, Schmochtitz 1, 02625 Bautzen

Moderation: Miriam Schönbach, Redakteurin der Sächsischen Zeitung für die Region Bischofswerda

Debattierer:  Alexander Ahrens, Oberbürgermeister der Stadt Bautzen, Dr. Friedrich Pollack, Abteilungsleiter Kulturwissenschaften Serbski institut Bautzen,  Dr. Justus H. Ulbricht, Geschäftsführer Denk Mal Fort! e.V. – Die Erinnerungswerkstatt Dresden

Podiumsdiskussion über Erinnerungskultur und Geschichtspolitik in der Oberlausitz

Im vergangenen Herbst machte Bautzen bundesweit Schlagzeilen mit der Nachricht, dass das 1950 im Stadtwald auf dem Czorneboh zerstörte Bismarck-Denkmal wieder aufgestellt werden sollte. Die Initiative dazu stammte vom Gesangsverein Bautzner Liedertafel und wurde schnell von der Kommunalpolitik aufgegriffen. Nachdem zunächst der Hauptausschuss der Bautzner Stadtverwaltung der Wiedererrichtung zugestimmt hatte, lehnte der Stadtrat das Ansinnen Ende November 2021 schließlich mit knapper Mehrheit ab. Oberbürgermeister Alexander Ahrens hatte zuvor noch dafür geworben, "den Mut dazu haben, die Geschichte so zu besetzen, dass man sie einer zeitgemäßen Aufarbeitung zuführen kann". Kritik kam damals vor allem vom Sorbischen Institut in Bautzen und von der Domowina. Gegner des geplanten Bismarck-Denkmals sammelten Unterschriften über eine Online-Petition.

Mit dem zeitlichen Abstand einiger Monate soll nun das Thema noch einmal aufgegriffen und reflektiert werden. Die ambivalente historische Persönlichkeit Bismarck sorgt bis heute für Kontroversen. Je nach politischem Milieu wird er verehrt und bewundert bzw. geschmäht oder gar verachtet. Bei den Bildern und Mythen, die sich um den „Reichsgründer“ ranken, verschwindet bisweilen die historische Persönlichkeit und sein politisches Werk komplett. Woher aber rühren Bewunderung und Kritik an dieser Person? Welchen Platz nimmt er in der Geschichte ein, dass nach über 130 Jahren immer noch hitzig über ihn diskutiert wird?

Statt übereinander zu reden, wollen wir an diesem Abend miteinander diskutieren und die unterschiedlichen Facetten des aktuellen Bismarckbildes in unserer Gesellschaft ausloten.

Die Veranstaltung ist kostenfrei, um Spenden wird gebeten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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