Exkursion: Altslawische Burgwälle im Rochlitzer Land und romanische Stiftskirche sowie Park der Schloss- und Klosteranlage Wechselburg

Start: 9.30 Uhr
Leitung: Dipl.-Prähist. Volkmar Geupel (AGiS-Mitglied) und Dr. Thomas Westphalen
Ablauf:
9.30 Uhr: Treffpunkt auf dem Parkplatz "Zentrum" in der Uferstraße in Rochlitz, am östlichen Ortseingang von Rochlitz, unmittelbar nach Passieren der Brücke über die Mulde links auf den Parkplatz einfahren.
10.00 Uhr: Burgwall "Porschel" bei Döhlen-Neudörfchen. Große mehrteilige, zeitlich gegliederte Anlage von ca. 200 m Länge und 75 m Breite in Spornlage.
11.30 Uhr Fahrt nach Fischheim.
12.00 Uhr: Burgwall "Borstel" bei Fischheim. Großer, z. T. doppelter Ringwall von 200 x 140 m auf Geländekuppe am Hochufer der Mulde.
13.15 Uhr Fahrt in den Ort zur Gaststätte "Zur Einkehr". Sollte zwischen den Besuchen der beiden Wallanlagen genügend Zeit bleiben, wird noch der kleinere altslawische Burgwall "Borstel" in Biesern angefahren.
Mittagseinkehr: 13.30 Uhr im Gasthaus "Zur Einkehr" in Fischheim
14.30 Fahrt nach Wechselburg
15.15 Uhr: Besichtigung (mit Führung) der Stiftskirche und des Kloster- bzw. Schlossparkes.
Veranstaltungsende: gegen 16.30 Uhr
Kosten: Teilnahme frei
Mittagsangebot: 1: Zunge, Kartoffeln, Schwarzwurzelgemüse (10,50€). 2: Zwiebelfleisch, 2 Klöße, Rotkohl (9,90 €). 3: Sauerbraten, 2 Klöße, Rotkohl (11,50€). 4: Bunter Salat, Käse (9€)
Um ANMELDUNG bis 18. April 2019 wird gebeten. Bitte geben Sie bei der Anmeldung mit an, welches Mittagsangebot Sie wählen. Anmeldung bei der Archäologischen Gesellschaft in Sachsen
Mitfahrgelegenheit ab Dresden für AGiS-Mitglieder auf Anfrage.
 
 
Die siedlungsfreundliche Offenlandschaft an der Zwickauer Mulde rund um Rochlitz bildete in frühmittelalterlicher Zeit eine von eingewanderten Slawen geschaffene Siedlungskammer. Im Zentrum des Kleingaues liegen die zwei nach Ausweis der archäologischen Funde im 8./9. Jh. errichteten großflächigen Wallanlagen "Porschel" bei Köttern und "Borstel" bei Fischheim, deren Namen sich von mhd. burcstal = "Stelle, Standort einer Burg" herleiten. G. Billig nimmt sie für zwei der beim sog. Bayerischen Geographen (Geographus Bavarus), einer schriftlichen Quelle aus der Mitte des 9. Jahrhunderts über die Siedlungsgebiete der Slawen, genannten Burgbezirke in Anspruch. Nach der offenbar unkompliziert erfolgten deutschen Einnahme des slawischen Kleingaues - entscheidend waren auch für das Muldegebiet die Eroberung der sorbischen Stammburg Gana und die Gründung Meißens 929 durch Heinrich I. - formierte sich in der zweiten Hälfte des 10. Jh. der Burgward Rochlitz mit der Burg im Bereich des heutigen Schlosses als Verwaltungsmittelpunkt. In der östlichen Vorburgsiedlung befindet sich mit der Petrikirche die älteste Kirche des Gaues und zugleich Missionskirche, in der 1017 Thietmar von Merseburg Firmungen vornahm. - Wie Funde belegen, bestanden die altslawischen Burgwälle weiter, waren aber dem Burgwardmittelpunkt untergeordnet. Mit dem Wechsel vom salischen zum staufischen Herrscherhaus gelangte der alte Kleingau Rochlitz durch König Konrad III. 1143 an die Wettiner. Graf Dedo, Ahnherr der Groitzsch-Rochlitzer Linie, stiftete in Zschillen (1174 als Zsilen, seit 1536 mit dem Namen Wechselburg belegt) ein als Hauskloster Dedos vorgesehenes Augustiner-Chorherrenstift, das 1753-1756 von einem Schloss überbaut wurde, die 1168 geweihte romanische Stiftkirche blieb aber erhalten.

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