Museumslandschaft - Land schafft Museum

Machbarkeitsstudie, Baukultur in Sachsen Mitte, Foto: Kay ArnswaldAm 1. September 2018 fand die jährliche Tagung der AG Dorfentwicklung in Helbigsdorf, Gemeinde Wilsdruff statt. Die Entscheidung für dieses kleine Dörfchen war kein Zufall. Der Landesverein betreibt hier eine Bauberatungsstelle für den ländlichen Raum. Außerdem hatte die Stadt Wilsdruff dieses Jahr eine Studie beauftragt, in der untersucht werden sollte, wie ländliche Bauwerte beispielhaft gesichert und bewahrt werden können. So stand die Tagung unter dem Titel "Museumslandschaft - Land schafft Museum"
 
Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister Ralf Rother wurden die Ergebnisse dieser Studie, welche durch das Helbigsdorfer Sachverständigenbüro Arnswald durchgeführt wurde, präsentiert. Festgestellt wurde zunächst, dass die steigende Nachfrage nach Landtourismus, die wachsende "Landlust" einhergeht mit gleichzeitigem Verfall ländlicher Bauwerte, Kultur und Tradition. Es wurde untersucht, wie ländliche Baukultur und Architektur gesichert und für kommende Generationen erhalten und erlebbar gemacht werden kann. Dabei wurde herausgearbeitet, dass eine nachhaltige Bewahrung von Kulturgut durch ein Freilichtmuseum realisiert werden könnte. Ein Freilichtmuseum (auch Freilandmuseum, Freiluftmuseum oder Museumsdorf) ist eine Institution, in der eine historisch gewachsene Dorfanlage oder auch nur ein Gehöft mit original erhaltenen Gebäuden und Ausstattungen als komplexes Baudenkmal erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich ist. Die museale Präsentation sollte dabei durch kulturelle Angebote und Weiterbildungen ergänzt werden, um Geschichte anschaulich und erlebbar zu machen.
 
Im folgenden Vortrag referierte Frau Dr. Andrea Geldmacher von der Landesstelle für Museumswesen zum Thema "Was ist ein Museum". Obwohl die Antwort selbstverständlich erscheint, gab es dabei einige überraschende Gedanken.
In weiteren Vorträgen wurde die Region "Wilsdruffer Land in Sachsens Mitte" in allen Ihren Facetten vorgestellt. Dabei informierte Herr Martin Reinhuber über die Stiftung "Leben und Arbeit", die im Limbacher Rittergut tätig ist und sozialen, kulturellen sowie denkmalpflegerischen Grundsätzen folgt. Harald Worms vom Landesverein ließ sich in seinem Vortrag zum Wilsdruffer Land von den Aufsätzen Arthur Kühnes leiten. Dieser Heimatforscher begründete eine umfangreiche Sammlung zur Region, die heute im Heimatmuseum der Stadt Wilsdruff ausgestellt ist. Zu den Mühlen im Triebischtal referierte Herr Gerd Mehler.
Im Anschluss an diesen Vortragsteil gab es einen Rundgang durch das Dorf. Dabei wurden neben der Kapelle sowohl eine Sammlung historischer Landwirtschaftsgräte als auch ein hochmoderner Bauernhof besucht. das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Wenn die Menschen den Bezug zu ihren Wurzeln verlieren, verlieren sie ihre Identität. Können sich die Menschen aber mit Ihrer Heimat identifizieren, leben sie gern dort und sind bereit, ihrerseits etwas dafür zu tun. Dabei soll Heimat nicht ausgrenzen sondern offen sein!
Zukunft braucht Herkunft!
 
Kay Arnswald, 01. September 2018, Helbigsdorf

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