Teilhabe von Blinden an historischen Kamelien bei gleichzeitiger Begegnung mit Schülern

Herr Jurk und BlindenschriftSchüler 2. KlasseTabea und Tamara
 

Fotos (alle von Jirka Hofmann): Die Blindengruppe Bautzen-Kamenz sowie zwei Taubstumme aus Radeberg erleben 2018 das Kamelienhaus Königsbrück gemeinsam mit den Königsbrücker Schülern.

 
Der Heimatverein Königsbrück  hat nunmehr eine neue Idee entwickelt, wie über mehrere Sinneswahrnehmungen auch diesen Personengruppen eine Teilhabe  ermöglicht werden kann – speziell im Kamelienhaus Königsbrück.
 
Blinden und Sehbehinderten werden zunächst die historischen Hintergründe mit den berühmten Standesherrschaften der Grafen von Hohenthal und den Naumanns zu Königsbrück, geschichtliche Zusammenhänge, Besonderheiten der Kamelien allgemein und die Entstehung des Kamelienhauses Königsbrück erläutert – eine Wahrnehmung über das Gehör.
Anschließend führen Schüler der Grundschule (ab der 1. Klasse) und der Oberschule Königsbrück die Blinden an die großen Kamelien der Seidel`schen Sammlung heran (stehen alle unter Denkmalschutz). Sie beschreiben die jeweilige Pflanze und legen die Hände der Blinden auf die großen Blüten zum Ertasten. Die beiden Kameliendamen Jenny und Marie der Oberschule empfangen dann die Blinden an den ältesten, fast 6 Meter hohen Kamelien – letztere gehören zu den ältesten Kamelien Deutschlands bzw. Nordeuropas). Dort findet man auch Beschreibungen in Blindenschrift.
Anschließend wird an die neuen Duftkamelien herangeführt und die Blinden können den betörenden Duft der Kamelien wahrnehmen – über den Geruchsinn.
 
Über den Blinden und Sehbehindertenverband Sachsen wurde für dieses Jahr die Kreisorganisation Meißen ausgewählt, welche nunmehr am 19. März um 14.00 Uhr  mit 15 Personen (sicher auch mit einigen Begleitern) in Königsbrück eintreffen wird. Unsere Schulen sind vorbereitet und werden an diesem Tag mit ebenso vielen Schülern vertreten sein. Teilnehmen wird auch die Landtagsabgeordnete  Daniela Kuge.
Um die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu vermeiden wird für den Transport ein Reisebus eingesetzt, finanziert vom Heimatverein Königsbrück und dem Blindenverband, bei großzügiger Unterstützung durch die Sparkasse Meißen und durch das Busunternehmen Weigt Nünchritz.
 
Der Heimatverein möchte mit diesen Aktionen ein Zeichen setzen, wie man durch Entwicklung von Ideen behinderten Menschen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und gleichzeitig eine Begegnung mit Kindern und Jugendlichen ermöglichen kann.
Es soll somit zur Nachahmung angeregt werden.
 
Im vorigen Jahr wurde erstmals dieses Projekt in Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen / Kreisorganisation Bautzen – Kamenz durchgeführt, auch zwei Taubblinde aus Radeberg waren dabei. Das Ergebnis war beispielhaft. Alle waren beeindruckt – die Blinden, die Schüler, die Gäste und Medienvertreter und die Mitwirkenden des Heimatvereins. Einige Schüler tauschten sich später aus – auch Behinderte seien ja Menschen wie alle anderen, sie sind inmitten von uns. Sie waren stolz, an diesem Projekt teilgenommen zu haben.
 
Nach Mitteilung der Schulen freuen sich die Kinder bereits jetzt auf die neue Begegnung im Kamelienhaus.
Mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen wurde bereits besprochen, diese Teilhaben und Begegnungen zur Tradition werden zu lassen – das wäre eine Bereicherung für alle Beteiligte. Für das Jahr 2020 ist der Dresdner Verband im Gespräch.

Zurück

Mitmachen

Über unsere interaktive Karte finden Sie unsere Orts- und Regionalgruppen in Ihrer Nähe. Hier können Sie sich einbringen.