bisherige Jahrestreffen

Die Jahrestreffen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz sind immer ein Erlebnis. Hier treffen sich Mitglieder und Heimatfreunde, um die Mitgliederversammlung abzuhalten und sich über die Aktivitäten des Vereins auszutauschen, aber auch um die Umgebung des Tagungsgortes unter fachkundiger Führung zu erkunden.  Weitere Berichte über die Treffen finden Sie in den jeweils genannten Mitteilungen des Landesvereins.

 

> Jahrestreffen in Cunewalde 2017
Zur diesjährigen Hauptversammlung waren die Mitglieder des Landesvereinsin die südliche Oberlausitz, nach Cunewalde eingeladen worden. Und so strömten viele von nah und fern in die «Blaue Kugel», ein beliebtes Veranstaltungshaus im Zentrum des Dorfes. Gleich im Eingangsbereich wurden unsere Mitglieder von den Musikanten und Sängerinnen um Herrn Petrich begrüßt – diese gute Stimmung verbreitende Aufgabe hatten die «Rutkatl» (Rotkehlchen) bereits 2012 in Niesky übernommen.
 
Die Versammlung wurde um 10 Uhr in bewährter Weise von Dr. Gerhart Pasch eröffnet – und bis 16 Uhr folgten vielfältige und höchst informative Beiträge über die verschiedensten Aktivitäten unseres Landesvereins. Dabei konnte es sich nur um Ausschnitte handeln, denn sonst hätten wir wohl bis zum folgenden Abend beisammen sitzen müssen. In seinen einleitenden Worten begrüßte Dr. Pasch die Ehrengäste, darunter den Ehrenvorsitzenden Matz Griebel und die anwesenden Ehrenmitglieder. Der verstorbenen Mitglieder – auch in diesem Jahr bildeten ihre Namen wieder eine traurig lange Liste – wurde in einer Schweigeminute gedacht.
 
Der 1. Stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Cunewalde, Hans-Jürgen Dittmann, hieß uns in Cunewalde willkommen und wünschte uns in den Vorträgen und Exkursionen viel Interessantes zu entdecken. Der Landtagspräsident, Dr. Matthias Rößler, war ebenfalls unserer Einladung gefolgt und widmete sich in seiner Ansprache dem Heimatbegriff und der sächsischen Identität. Diese Gedanken können Es spricht Prof. Dr. Hans-jürgen Hardtke, Vorsitzender des LandesvereinsSie auf den folgenden Seiten nachlesen. Carola Arnold, Mitglied unserer Regionalgruppe Cunewalder Tal und Pächterin der «Kleenen Schänke» im Ort, stellte die vielfältigen Aktivitäten der Gruppe vor, die sich im Umfeld unserer «Kleenen Schänke» entwickeln. Unser Vereinsvorsitzender, Professor Dr. Hans-Jürgen Hardtke, hatte einmal mehr die äußerst schwierige Aufgabe, in kurzer Zeit die Arbeitsergebnisse der zurückliegenden 12 Monate vorzustellen und auf die Pläne und Programme des vor uns liegenden Jahres einzugehen. Auch hier können dazu nur einige Stichworte genannt werden.
 
Mitgeteilt wurde, dass eine Reihe von Mitgliedern für ihre oft jahrelange ehrenamtliche Arbeit Auszeichnungen entgegennehmen konnten. So wurden Dr. Erich Kraus und seine Frau vom tschechischen Außenminister für ihre Arbeit im Sinne der deutsch-tschechischen Verständigung mit dem Preis «Gratias Agit» geehrt. Manfred Schober wurde zum Ehrenbürger von Sebnitz berufen. Diese hohe Ehrung wurde ihm zum Neujahresempfang der Großen Kreisstadt Sebnitz zuteil. Am 23. November wurde unserem Vereinsvorsitzenden, Professor Dr. habil. Hans-Jürgen Hardtke, der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. In unserer Geschäftsstelle auf der Wilsdruffer Straße in Dresden arbeiten neben einer Reihe von Mitarbeitern – fest oder geringfügig angestellt – Manfred Schober, Ehrenbürger von Sebnitz, trägt sich in das goldene Buch der Stadt einEhrenamtliche, die durch ihren Einsatz den reibungslosen Betrieb in der Bibliothek und in der Beratungsstelle ermöglichen, die Gutachtertätigkeit unterstützen und auch bei der Organisation der verschiedenen Wanderungen sowie Busexkursionen helfen – nicht zu vergessen die Öffentlichkeitsarbeit in den lokalen Printmedien, den eigenen Publikationen oder dem weltweiten Internet. Derzeit setzt sich der Landesverein aus etwas mehr als 1000 persönlichen Mitgliedern sowie 81 körperschaftlichen Mitgliedern zusammen. Da sich unter diesen mehrere große Vereine und Verbände befinden, vertritt der Landesverein heute über 20 000 Heimatschützer. Dabei wirken aus unseren Reihen seit vielen Jahren Mitglieder in mehr als 20 Beiräten und Fachgremien mit. Professor Hardtke wies auf die Notwendigkeit hin, die Altersstruktur unseres Vereins zu verjüngen.
 
Auch über die Strukturen und die Ausrichtung der Fachbereiche und landesweit arbeitenden Gruppierungen gilt es nachzudenken. Ein Angebot, das sowohl von Mitgliedern als auch von thematisch Interessierten außerhalb des Vereins sehr gern angenommen wird, ist inzwischen der Heimattag in Freiberg geworden. Er wird seit 2010 immer am ersten Oktoberwochenende – in diesem Jahr am 7. Oktober – vom Fachbereich unter Leitung von Dr. Hans-Joachim Jäger in Freiberg durchgeführt. Vom Fachbereich wird darüber hinaus ein reichhaltiges und gut genutztes Exkursionsprogramm angeboten.
 
Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt bildet die Industriekultur. Damit beschäftigt sich eine eigenständige Arbeitsgruppe. Professor Hardtke berichtete über die gute Zusammenarbeit mit dem Museum Historisches Kalkwerk Borna. Dort wurde am 26. Mai während der Festveranstaltung «90 Jahre Industriegeschichte Borna» ein weiterer Ausstellungsteil eröffnet. Die Arbeitsgruppe Dorfentwicklung führte ihre alljährliche Jahrestagung in Hirschstein an der Elbe durch. Eine wichtige Aktion, die seit vielen Jahren auch unmittelbaren Einfluss auf die Öffentlichkeitsarbeit des gesamten Landesvereins hat, ist die maßgebliche Mitwirkung beim Sächsischen Landeswettbewerb «Ländliches Bauen» 2017, der aller zwei Jahre stattfindet.
 
Von der Arbeitsgruppe Eigentum werden in Rücksprache mit dem Vorstand und der Geschäftsstelle Angelegenheiten behandelt, die mit der Verwaltung unseres Grundbesitzes zu tun haben. Es werden Fragen beraten, wie beispielsweise die Verpachtung von Teichen und Jagdrechten, die naturschutzgerechte Pflege von Wald- und Wiesenflächen, die Wegesicherung, aber auch die Kennzeichnung unseres Eigentums durch Schilder. Besondere Umsicht erfordern Entscheidungen hinsichtlich der in unserem Besitz befindlichen Bauten, zum Beispiel weiterer Sanierungsmaßnahmen am Fachwerkhaus in Sebnitz. In der Gaststätte «Kleene Schänke» in Cunewalde wurden für zahlreiche Umbau- und Renovierungsmaßnahmen über mehrere Jahre etwa 49 000 Euro investiert. Mit der Pachtübernahme durch Carola Arnold erfolgte hier zum 1. Januar 2016 ein Neuanfang, der auch im Rahmen des Tages des offenen Umgebindehauses am 29.Mai mit einem Heimat- und Hoffest gefeiert wurde. Für diese besondere Initiative wurde Frau Arnold herzlich gedankt. Zum Abschluss verwies Professor Hardtke auf einige regionale Fachveranstaltungen, wie den III. Vogtländischen Heimattag im Pfaffengut in Plauen und die Veranstaltungen, die in der Heimatstube in der alten Schule in Goppeln (Ortsteil von Bannewitz) stattfinden. Für den Mai 2018 lud er uns zum nächsten Jahrestreffen nach Borna ein. Der im Programm erwähnte Beitrag von Jürgen Dittrich über die Aktivitäten der Fachgruppe Geologie, Mineralogie und Paläontologie musste aus Zeitgründen leider gestrichen werden.
 
Professor Dr. Karl Mannsfeld, der Vorsitzende des Sturmschäden an den Ullersdorfer Teichen (Landkreis Görlitz)Fachbereiches Naturschutz/ Landschaftsgestaltung, erinnerte in seinem Referat noch einmal daran, dass Eigentum auch stets Arbeit und Verantwortung bedeutet. Dies wurde zum Beispiel deutlich sichtbar bei der Behebung der erheblichen Schäden, die durch ein lokales Sturmereignis im Sommer 2016 an den Ullersdorfer Teichen entstanden waren. Ein wichtiges Arbeitsgebiet des Fachbereiches ist die Gutachtertätigkeit, die um das Team von Sandra Aschenbach und Professor Wilfried Wehner in der Geschäftsstelle fachlich versiert ausgeübt wird. Im Jahr 2016 fanden immerhin 63 % der vorgelegten Pläne die Zustimmung des Fachbereichs (davon 22 % mit Auflagen) und lediglich 15 % der Pläne wurden abgelehnt. Einen weiteren Schwerpunkt der Fachbereichsarbeit stellen die verschiedenen Bemühungen zur Bewahrung der biologischen Vielfalt dar. Dazu konnte im vergangenen Jahr eine einschlägige Broschüre publiziert und an viele Schulen in Sachsen verteilt werden. Sie wurde als wichtiger Beitrag innerhalb der UN-Dekade für die biologische Vielfalt von der deutschen Geschäftsstelle der UN-Dekade in Hürth ausgezeichnet. Dem «Baum- und Gehölzschutz in Sachsen» war eine Fachtagung der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt und des Fachbereiches Naturschutz gewidmet. Als deren Ergebnis wurde ein entsprechendes Positionspapier verabschiedet (vergleiche Mitteilungen 1/2017). Aktuell gibt es hohen Diskussionsbedarf zur Agrarpolitik in der Bundesrepublik und deshalb unterstützte der Landesverein die Bürgerinitiative Schloss Scharfenberg gegenüber der Staatsregierung eine naturgerechte Landbewirtschaftung einzufordern (siehe dazu Mitteilungen 1/2017).
 
Veranstaltungssaal in der Blauen Kugel in Cunewalde
Als nächstes folgten der Finanzbericht, den Harald Worms in seiner Funktion als Schatzmeister erstattete (siehe Darstellung auf Seite 81), sowie der Bericht der beiden Kassenprüfer Ilona Schroeter und Mildred Wengler. Darin wurde deutlich, dass zurückliegende buchhalterische Hinweise der Kassenprüfer bezüglich neuerer Software und über Vorschriften zum Umgang mit Bargeld durch die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle berücksichtigt wurden. Anschließend folgten die Bestätigung der Berichte und die Entlastung des Vorstandes. In der folgenden angeregten Diskussion wurde über Möglichkeiten der Mitgliedergewinnung in verschiedenen Lebensbereichen und auf die Ausbreitung der Vereinsarbeit in weitere Regionen Sachsens gesprochen. Außerdem wurde über verschiedene Veranstaltungen informiert.
 
Wie in der Einladung zur Hauptversammlung bereits angekündigt und schriftlich angemeldet, stand eine Reihe von Satzungsänderungen zur Beschlussfassung an. Dr. Johannes Just stellte die vorgesehenen Änderungen noch einmal kurz vor. Die Vorschläge zu Satzungsänderungen waren zuvor von einer Arbeitsgruppe des Vorstandes erarbeitet worden. Sie wurden von den stimmberechtigten Mitgliedern bei vier Enthaltungen mit großer Mehrheit angenommen.
 
Nach der Mittagspause wurden auch in diesem Jahr einzelne Mitglieder für ihr langjähriges, engagiertes und ehrenamtliches Wirken für die sächsische Heimat ausgezeichnet. Als erstes übergab Professor Hans-Jürgen Hardtke dem Ehrenvorsitzenden Matthias «Matz» Griebel die Ehrenmedaille. Dr. Gerhart Pasch wurde – für ihn selbst überraschend – zum Ehrenmitglied des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz ernannt. Die Laudatio hielt Dr. Hans- Joachim Jäger. Sie ist in diesem Heft nachzulesen. Mit der Ehrennadel des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz wurden Heidi Schmidt von der Ortsgruppe Dresden-Gompitz und Hans Fischer vom Freundeskreis Heimatfreunde Dresden-Oberwartha geehrt. Harald Worms dankte ihnen für die langjährige engagierte Heimatschutz- Arbeit in den Gruppen vor Ort.
 
Auch in diesem Jahr konnten der Versammlung wieder interessante Fachvorträge vorgestellt werden. Jasmin Kaiser vom Landesamt für Archäologie Sachsen sprach unter der Überschrift «Gestatten, wir sind Lausitzer!» von den Grabungen am Schafberg bei Niederkaina. Sie umriss dabei die lange Grabungstradition – die ersten Grabungen wurden noch von Walter Frenzel in den 1920er Jahren geleitet – und die inzwischen interdisziplinäre Ausrichtung bei der Erforschung dieser einzigartigen Grabanlage. Diese ist nicht nur aufgrund ihrer langen Nutzungszeit, die ältesten Gräber stammen aus der Lausitzer Kultur (1100–780 v. Chr.) und die jüngsten aus der Späten Billendorfer Kultur (780–500 v. Chr.), sondern auch wegen ihres Ausmaßes mit allein 1200 Gräbern aus der letztgenannten Epoche, die auch als Frühe Eisenzeit bezeichnet wird, außergewöhnlich.
 
Die Architektin Kerstin Richter vom Sächsischen Verein für Volksbauweise berichtete von einer anderen Besonderheit der südlichen Oberlausitz (und darüber hinaus) – dem Umgebindehaus. Sie ging dabei insbesondere auf bauliche Eigenheiten ein, die in der näheren Umgebung besichtigt werden können, wie Fassaden- und Dachgestaltungen durch Schiefer und die Gestaltung von Fenstern und Türen. In diesem Zusammenhang stellte sie einige Bauwerke vor, die in den letzten Jahren mit viel ehrenamtlichen Engagement und Unterstützung durch Förderprogramme gesichert und neuen Nutzungszwecken zugeführt werden konnten.
 
Uwe Hessel vom Verein WIMAD brachte in seinem Vortrag den Anwesenden ein Stück Industriegeschichte aus Niederoderwitz näher, indem er die Geschichte der dortigen Schokoladenfabrik vorstellte. Dabei widmete er seinen Beitrag dem Anfang April verstor- Die Vorstellung unserer Publikation «Ländlicher Raum in Sachsen» wurde auch im Fahrgastfernsehen der Dresdner Verkehrsbetriebe angekündigt benen Verleger Frank Stübner vom Lusatia- Verlag in Bautzen. Die Schokoladenfabrik ist heute wortwörtlich in vieler Munde, wurde doch dort nach dem Zweiten Weltkrieg der «Schoko-Hohlkörper » entwickelt. Ebenso sind die noch heute produzierten Schokobecher Vielen von eigenen Familienfeiern wohlbekannt.
 
Im letzten Vortrag ging Professor Hans-Jürgen Hardtke auf die überaus vielfältige Naturausstattung der Gröditzer Skala bei Weißenberg ein. Hier engagiert sich der Landesverein seit einigen Jahren, um die ehemalige Parkanlage am Schloss Gröditz wiederherzustellen. Dabei sind ein intensiver Fachaustausch und ein Abwägen der jeweiligen Prioritäten zwischen Naturschutz und Denkmalpflege notwendig, damit die wundervolle Anlage in ihrer Schönheit wieder einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden kann.
 
Ehe Dr. Gerhart Pasch uns als Veranstaltungsleiter zu den anschließenden Exkursionen des Nachmittags entließ, kündigte er nochmals das nächste Jahrestreffen vom 11. bis 13. Mai 2018 an und lud uns nach Borna ein. In einem Jahr sehen wir uns also im Naturraum des Bergbaureviers Südraum Leipzig, dem heutigen Leipziger Neuseenland wieder und freuen uns auf erlebnisreiche Tage in der Stadt Borna am Rande der reizvollen Wyhraaue.
 
Cornelia Müller (Text und Bilder aus Mitteilungen 2/2017)
> Jahrestreffen in Oschatz 2016
St. Aegidien Kirche Oschatz Thomas-Müntzer-Haus Oschatz
 
Vom 20. bis 22. Mai 2016 fand das Jahrestreffen in Oschatz  statt. Bereits am Freitag gab es die ersten Exkursionen. Eine Besonderheit war die abendliche Führung „Oschatz im Abendlicht“. Am Sonnabend fand die Jahreshauptversammlung im Thomas-Müntzer-Haus satt und im Anschluss gab es Führungen. Am Sonntag wurden drei Exkursionen in der Umgebung von Oschatz durchgeführt.
 
Hier sehen Sie einige Eindrücke von der Jahreshauptversammlung. Im Mitteilungsheft 2/2016 können Sie einen ausführlichen Bericht zur Jahreshauptversammlung 2016 und zu den heimatkundlichen Exkursionen nachlesen.
 
Musikalische Begrüßung durch den Musikverein Lampertswalde e.V.
 
Begrüßung der Teilnehmer Dr. Gerhart PaschDer Vorsitzende Prof. Dr. Hans-Jürgen Hardtke brichtet über den Vorstand
 
Prof. Dr. Karl Mannsfeld berichtet über den Fachbereich Naturschutz/Landschaftsgestaltung
 
Frau Ute Zschieschang bekommt die Ehrennadel überreichtDr. Rudi Koeppe bekommt die Ehrennadel überreichtRainer Hoelzer bekommt die Ehrenmedaille überreicht
 
> Jahrestreffen in Schwarzenberg 2015
 
Die Mitgliederversammlung in Schwarzenberg
 
Ein Vierteljahrhundert nach der Wiederbelebung des Landesvereins waren alle Mitglieder und Interessierten zur Hauptversammlung ins Erzgebirge nach Schwarzenberg eingeladen. Die Mitgliederversammlung fand am 9. Mai in Crandorf statt. Die Mehrzweckhalle Lindenhof war dafür festlich geschmückt worden. Zur Begrüßung spielten bei schönstem Sonnenschein die «Crandorfer Musikanten», während die Ankommenden die Zeit bis zum Veranstaltungsbeginn für intensive Gespräche, den Kauf des neuen Kalenders 2016 sowie des einen oder anderen Souvenirs am Kunstgewerbe- und Bücherstand nutzten.
 
Um 10 Uhr war es dann soweit und Dr. Gerhart Pasch übernahm die Moderation der Mitgliederversammlung, wobei er zunächst neben den Mitgliedern die Ehrengäste begrüßte: den Landtagsabgeordneten Ronny Wähner, die Oberbürgermeisterin von Schwarzenberg Heidrun Hiemer, Dr. Hartmut Schwarze vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft, den Stiftungsdirektor der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt Bernd Dietmar Kammerschen, Elvira Werner von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen, die 1. Bundesvorsitzende des Erzgebirgsvereins Dr. Gabriele Lorenz sowie die Ehrenvorsitzenden des Sächsischen Bergsteigerbundes Dr. Ulrich Voigt und des Landesvereins Matthias Griebel.
Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer begrüßte alle Anwesenden herzlich in der «Perle des Erzgebirges», wie Schwarzenberg 1880 in einer Rede König Alberts genannt worden war. Sie verwies auf den Strukturwandel, den die Stadt in den vergangenen 25 Jahren durchlaufen musste. So leben jetzt etwa 17500 Einwohner hier, während es noch 1998 etwa 21000 waren; glücklicherweise konnte die Abwanderung inzwischen etwas aufgehalten werden. Höhepunkte im kulturellen Leben der Stadt und der Region sind das bunte Straßenfest «Republik Schwarzenberg» im Juni, der traditionelle Weihnachtsmarkt, der zweitälteste nach dem Dresdner Striezelmarkt, die verschiedenen Ausstellungen im Schloss Schwarzenberg, weitere museale Einrichtungen wie das Eisenbahnmuseum sowie die vielfältigen Veranstaltungen auf der Waldbühne. Ronny Wähner, auch stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises der CDU-Fraktion «Ländlicher Raum, Umwelt, Landwirtschaft», ging in seinem Grußwort auf die Probleme ein, die durch den Wegzug vieler junger Menschen in den vergangenen Jahren entstanden sind. Sie sind ihm sehr vertraut, da er seit 2013 gleichzeitig ehrenamtlicher Bürgermeister von Königswalde ist, einem der markanten Waldhufendörfer des Erzgebirges. Er wies darauf hin, dass Ideen gefunden werden müssen, um gerade diese Menschen zur Rückkehr in den ländlichen Raum zu gewinnen, wobei es keine allgemein gültigen Patentlösungen gäbe.
 
Hartmut Schwarze überbrachte die Grußworte im Namen des Staatsministers Thomas Schmidt. Er verwies auf die vielfältige Zusammenarbeit zwischen dem Landesverein und dem Ministerium, so beispielsweise in der Gutachtertätigkeit. Diese Arbeit ist wesentlich für die Realisierung sachgerechter Projekte. Der gemeinsame Einsatz zum Schutz des Birkhuhnes ist ein weiteres Beispiel, ebenso die Mitarbeit in verschiedenen Gremien, wie für den Landeswettbewerb «Ländliches Bauen». Hartmut Schwarze wies darauf hin, dass von der Sächsischen Regierung ein neues Förderprogramm für die im Wandel begriffene Landwirtschaft gestartet wird und damit wichtige Rahmenbedingungen gesetzt werden. Andererseits betonte er, dass die Nachwuchs-Frage – auch im Ehrenamt – ein überaus wichtiges Thema ist, dem man sich mit kreativen und individuellen Lösungsansätzen stellen müsse.
Bernd Dietmar Kammerschen stellte in seinen kurzen und prägnanten Grußworten die gemeinsamen Ziele von Landesverein und Landesstiftung heraus. Dabei sind beide Organisationen auch personell verbunden – so ist Hans-Jürgen Hardtke auch Mitglied des Stiftungsrates.
vor der Mehrzweckhalle Gabriele Lorenz hieß alle Anwesenden im «Hoheitsgebiet» des Erzgebirgsvereins herzlich willkommen. Von Beginnan gab es eine enge Zusammenarbeit und Freundschaft, die desgleichen noch in der Gegenwart weiter vertieftund intensiviert wird. Am 21. April 2015 feierte der Erzgebirgsverein «25 Jahre Wiederbelebung» in seiner Heimat,wobei Jens Uhlig die Grüße des Landesvereins überbrachte. Das angesprochene Ziel, besonders junge Menschenzur Mitarbeit zu gewinnen, gehört zu einem der Schwerpunkte in der Vereinsarbeit. Hierbei soll auch die entstehende neue Internetpräsentation des Erzgebirgsvereins behilflich sein.
Das letzte Grußwort dieses Vormittages sprach Ulrich Voigt vom Sächsischen Bergsteigerbund. Diesem Verein gehören über 11000 Mitglieder an und er ist seit Jahren eng mit dem Landesverein verbunden. Ausdruck dessen ist beispielsweise die Aufnahme von Jürgen Dittrich in den geschäftsführenden Vorstand des Landesvereins und das langjährige Wirken von Konrad Creutz im Arbeitskreis Sächsische Schweiz und im Gesamtvorstand. Im Sächsischen Bergsteigerbund gehört der Naturschutz zu einem wichtigen Aufgabenfeld. Er verfügt über eine eigene Zeitung, was nicht für jede der im Deutschen Alpenverein vertretenen Organisationen die Regel ist. Zu den öffentlichkeitswirksamen Tätigkeitsfeldern gehört die Traditions- und Musikpflege kraft dreier Männerchöre. Als besonderes Geschenk übergab er dem Vorsitzenden eine alpenländische Kuhglocke, die nunmehr dafür dienen möge, dass alle Teilnehmer der Hauptversammlung immer wieder pünktlich auf ihren Plätzen erscheinen.
 
Im Anschluss an die Grußworte erhoben sich alle im Gedenken an die im zurückliegenden Jahr verstorbenen Mitglieder, deren Namen Gerhart Pasch verlas. Der Bericht des Vorstandes wurde in diesem Jahr in leicht geändertem Prozedere vorgelegt. Hans-Jürgen Hardtke stellte zunächst die Schwerpunkte der allgemeinen Vereinsarbeit im zurückliegenden Jahr vor, Karl Mannsfeld dokumentierte danach die Arbeit im Fachbereich Naturschutz/Landschaftsgestaltung.
 
Der Vorsitzende ging eingangs kurz auf die aktuellen politischen Bewegungen insbesondere in Dresden ein, die gerade zum Jahreswechsel auch zu intensiven Diskussionen innerhalb des Vorstandes geführt hatten. Zur Positionsbestimmung war vom Gesamtvorstand die Dresdner Erklärung verabschiedet worden (siehe Mitteilungen 1/2015). Der Landesverein ist durch seine Mitglieder und die Mitarbeit in mehreren anderen Vereinen und Initiativen für Naturschutz oder Heimatgeschichte eng verbunden mit vielen bürgerschaftlich Engagierten in Sachsen, so in der Jury für den Sächsischen Landespreis für Heimatforschung und in der für den Sächsischen Umweltpreis. Zur Vorstandsarbeit gehörten neben den regelmäßigen Sitzungen unter anderem auch Beratungen mit der Domowina und dem Bergsteigerbund und Begehungen, zum Beispiel auf dem Niederwarthaer Burgberg. Zahlenmässig ist der Landesverein mit etwas über 1100 Mitgliedern fast gleichbleibend, doch muss unbedingt engagierter Nachwuchs gewonnen werden. Dazu dient auch das aktuelle vorliegende Informationsblatt über die Arbeit des Landesvereins. Als Dachverband vertritt der Landesverein etwa 18000 Mitglieder. Erfreulich sind die Neubildung der Regionalgruppe Vogtland unter Leitung von Wolfgang Viebahn und die Gründung der Ortsgruppe Bad Gottleuba-Oelsen mit Karl-Heinz Mayer als Vorsitzendem. Derzeit erarbeiten Jürgen Dittrich und Jens Uhlig die Konzeption für eine Fachgruppe Geologie, deren Arbeit seit einigen Jahren geruht hat. Zu den neuen körperschaftlichen Mitgliedern gehören der Deutsche Alpenverein – Sektion Dresden e.V., der Heimatverein Boxdorf e.V. sowie der Förderverein Rötha. Gestern. Heute.Morgen. e.V. Gerade die Zusammenarbeit mit den Vereinen in den verschiedenen Regionen Sachsens soll verstärkt werden, zum Beispiel durch gemeinsam durchgeführte Veranstaltungen und gemeinsam herausgegebene Pressemitteilungen. Beispielhaft für die aktive Vereinsarbeit nannte Hans-Jürgen Hardtke die Aktivitäten des Artur-Kühne-Vereins Wilsdruff. Besonders interessant ist die Aufarbeitung der Wilsdruffer Totenbücher, die zum Volkstrauertag vorgestellt werden konnten. Der Verein Sächsischer Ornithologen eröffnete im letzten Frühjahr auf Schloss Rochsburg die neue Vereinsbibliothek. Der Vorstand des Landesvereins übergab für diese Bibliothek große Teile des Nachlasses von Rudolf Zimmermann. Der 1878 in Rochsburg Geborene war einer der Gründungsväter des Vereins Sächsischer Ornithologen und aktives Mitglied im Landesverein. Die Arbeitsgemeinschaft sächsischer Botaniker führte ihre 60. Jahrestagung in Eilenburg durch. Nach langjähriger Bearbeitungszeit konnte das Standardwerk, der «Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands», vom Netzwerk Phythodiversität Deutschlands e.V. und dem Bundesamt für Naturschutz herausgegeben werden. Die AGsB hat für Sachsen wesentlichen Anteil an der Entstehung dieser Publikation.Die Fachgruppe Geobotanik des Elbhügellandes feierte im Januar 2015 mit einer Festveranstaltung an der TU Dresden ihr vierzigjähriges Bestehen.
Zu den vornehmlichen Aufgaben eines jeden Vorstandes gehört eine aktive Öffentlichkeitsarbeit, so auch im Landesverein. Dazu zählt unter anderem unsere Teilnahme am Tag der Sachsen 2014 in Großenhain, auf dem wir zusammen mit der Archäologischen Gesellschaft in Sachsen e.V. einen Stand gestaltet hatten. Im laufenden Jahr wird
sich der Landesverein nicht beteiligen, jedoch 2016 in Limbach-Oberfrohna wieder dabei sein. Fester Bestandteil unserer Öffentlichkeitsarbeit sind die Mitteilungen, der Kalender – die Ausgabe für 2016 konnte während der Mitgliederversammlung erworben werden – sowie eine Reihe von Sonderpublikationen. Von einer Arbeitsgruppe um Barbara Ditze und Igor A. Jenzen wird die Internetseite des Landesvereins grundlegend in Aufbau und Gestaltung umgearbeitet, um so sich ändernden Informationsgewohnheiten besser gerecht zu werden. Barbara Ditze und Pia Liebscher haben wesentlichen Anteil an der Realisierung der Website, die im Frühsommer freigeschaltet wird. Um über ihre Ziele und Arbeitsweise zu informieren, veröffentlichte unter Federführung von Petra Westphalen die AG Industriekultur ein neues Faltblatt. Am 15. November 2014 fand im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (SMAC) das Festsymposium «Heimatschutz heute – Positionen und Reflexionen» statt. Anlass waren die runden Geburtstage von Silvia Karsch, Dr. Johannes Just, Professor Dr. Karl Mannsfeld, Dr. Gerhart Pasch und Professor Dr. Hans-Jürgen Hardtke, zusammen immerhin 360 Jahre. Die Veranstaltung bot anregende und informative Fachvorträge, vorgetragen von Dr. Sabine Wolfram, Professor Dr. Rosemarie Pohlack, Professor Dr. Hansjörg Küster und Professor Dr. Peter A. Schmidt. Bezüglich der Aktivitäten der AG Eigentum berichtete der Vorsitzende, dass der Landesverein neue Flächen im Ketzerbachtal erworben hat. Er erneuerte bei dieser Gelegenheit seinen Aufruf, ein dichtes Betreuernetz für die jeweiligen Eigentumsflächen aufzubauen, um eine verantwortungsvolle Pflege und Kontrolle gewährleisten zu können. So mussten auch in den zurückliegenden Monaten Schäden, welche beispielsweise durch Hochwasser oder Stürme entstanden, behoben werden. Seit Neuestem wird aus den Erträgen einer unserer Streuobstwiesen mit lokaler Unterstützung unser eigener Apfelsaft gekeltert. Das ehemalige Wanderheim Heinersgrün hat der Landesverein seit vielen Jahren in Erbpacht genommen; nunmehr konnte Regina Waltz als Betreuerin gewonnen werden. Sie erarbeitet im Auftrag des Vorstandes eine Konzeption für Sanierung und spätere Nutzung des Gebäudes. Zum Abschluss verwies Hans-Jürgen Hardtke auf die Aktivitäten der AG Industriekultur. Zu deren umfangreichem Arbeitsprogramm gehört es, mithilfe eines Erfassungsformulars eine grundlegende Dokumentation über die vorhandenen Industriedenkmäler Sachsens anzulegen. Dabei sei man für jede Hilfe und Unterstützung dankbar.
 
Karl Mannsfeld sprach zur Arbeit im Fachbereich als Vorsitzender des Fachbereichs Naturschutz/Landschaftsgestaltung. Er verwies zunächst auf die 2014 ausgearbeiteten Wahlprüfsteine und lud dazu ein, diese als Grundlage bei Gesprächen mit Vertretern der verschiedenen Parteien zu nutzen und auf unsere Forderungen, zum Beispiel zu kommunalen Baumschutzordnungen, zu Maßnahmen im vorbeugenden Hochwasserschutz und zur Erhöhung der Biodiversität, aufmerksam zu machen. Gerade befindet sich eine Publikation «Bewahrung der biologischen Vielfalt – Beispiele aus Sachsen» in Vorbereitung, die insbesondere für Lehrer als Handreichung dienen soll. Darüber hinaus hat die mit dem SMK verabredete Kooperation weitere konkrete Unterstützungsformen ergeben. Im Herbst 2014 haben Hans-Jürgen Hardtke und Peter A. Schmidt an zwei Tagen Weiterbildungsveranstaltungen für Biologielehrer durchgeführt und werden dieses Angebot 2015 im Erzgebirgsraum erneuern. Die Schulung von Biologielehrern, die Erarbeitung einer Handreichung zur Biologischen Vielfalt, aber auch die Exkursionsangebote unserer AG Schule und Heimat sind Ausdruck des über Jahre praktizierten Grundsatzes des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, fachliche Kompetenzen zur Anwendung in der schulischen Praxis zu vermitteln. Denn dort wird der Grundstein für das Verhalten der jungen Generation zum Umgang mit unseren Naturressourcen und Naturschönheiten gelegt. Der Fachbereich behandelte in seinen monatlichen Treffen verschiedene Grundsatz- und Spezialfragen, wie den Baumschutz, Auswirkungen der intensiven Landwirtschaft und den speziellen Artenschutz (Schwarzstorch, Uhu, Birkhuhn).Im Rahmen der Gutachtertätigkeit wurden im vergangenen Berichtszeitraum insgesamt 490 Stellungnahmen verfasst, darunter 310 zustimmend, davon 120 als Zustimmung mit Auflagen. Lediglich 54 Vorhaben wurden abgelehnt. Somit ist der Landesverein kein Verhinderungsverein gesellschaftlichen Fortschritts, wie naturschutzaktive Vereine häufig auf verallgemeinernde Art und Weise in der breiten Öffentlichkeit gern verunglimpft werden.
Karl Mannsfeld ging in seinen weiteren Ausführungen insbesondere auf Aufgabenstellungen im Artenschutz ein. Es ist notwendig, eine gesetzliche Grundlage für FFH- und SPA-Gebiete über den allgemeinen Grundschutz hinaus zu schaffen. Er forderte eine termingerechte Umsetzung der Verpflichtung zur Schaffung eines Biotopverbundes, die Schaffung von Saumstrukturen an den Waldrändern, die Vermeidung von Flächenabgang,Maßnahmen zum direkten Artenschutz, eine generelle Verringerung der stofflichen Belastung, eine Stärkung des öffentlichen Problembewusstseins und die Bereitstellung ausreichender Haushaltsmittel zur Erfüllung der Naturschutzerfordernisse sowie eine Verringerung der Bürokratie in den Förderprogrammen.
Harald Worms legte als Schatzmeister anschließend seinen Bericht über den Haushalt 2014 vor (Übersicht ist in diesem Heft abgedruckt). Er wurde von seiten der beiden Kassenprüferinnen, Annelie Püschel und Christel Hermann, in der Genauigkeit der Kassen- und Unterlagenführung bestätigt.
Der Vorstand wurde schließlich mit überwiegender Mehrheit, bei einer Ablehnung und zwei Enthaltungen entlastet. Ausführlicher als in den vergangenen Mitgliederversammlungen konnte auf Grund des guten Zeitmanagements die Diskussion unter den Mitgliedern geführt werden. Die erste Wortmeldung kam von Rainer Haschke (Dresden), der eine bessere Verwendung von Steuermitteln forderte. Als Beispiel nannte er die wiederholten Baumaßnahmen im Bereich Talstraße/Hässigestraße in Dresden nahe dem Stausee Oberwartha, durch die der dortige Bestand an Feuersalamandern gefährdet ist. Als Reaktion darauf wurde der Hinweis gegeben, in solchen Problemfragen die zuständigen Behörden einzubeziehen. ThomasWestphalen (Langebrück) schlug in Vorbereitung auf den nächsten Heimattag in Freiberg vor, das Thema «Transformation der Kulturlandschaft» stärker in den Fokus zu setzen. Wolfgang Schubert (Dresden) stellte die Frage, ob Genaueres über den Bau eines sogenannten «Skywalk», einer großflächigen und teilweise frei schwebenden Aussichtsplattform, am Berghotel Augustusberg bei Gottleuba bekannt sei, denn im Hotel hängen bereits die Baupläne aus. Hans-Jürgen Hardtke gab Auskunft: Dieses ist durch den Landesverein im Rahmen seiner Gutachtertätigkeit abgelehnt worden. Nicht immer werden aber die begründeten Ablehnungen der anerkannten Naturschutzvereine als relevant anerkannt. Karl Mannsfeld ergänzte, dass die verantwortlichen Behörden das entscheidendeWort haben und man sich bei ihnen über die Gründe für eine zustimmende Entscheidung erkundigen sollte. Ehrenmitglied Peter Biele (Magdeburg) verwies noch einmal auf die Notwendigkeit einer guten Öffentlichkeitsarbeit, da der Landesverein zu wenig in den Medien präsent ist. Hans-Jürgen Lang (Bovenden) brachte in diesem Zusammenhang ein Beispiel aus Göttingen, in dessen lokalem Tageblatt, in einer eigenen Kolumne, sich der ehemalige Naturschutzbeauftragte zu aktuellen Fragen äußert und dabei eine überwiegend positive Resonanz erfährt.
Ein anderes gutes Werbe-Beispiel sei der Kalender, der in Zusammenarbeit mit der dortigen Sparkasse nun schon mit einer Auflagenhöhe von 32000 Stück herausgegeben wird. Hans-Jürgen Hardtke verwies an dieser Stelle darauf, dass die Öffentlichkeitsarbeit auf lokaler Ebene teilweise bereits gut läuft, und nannte die Aktivitäten in Reichenbach und Pirna als Beispiele. Schwieriger gestalteten sich die Gespräche mit den Pressevertretern auf übergeordneter Ebene, da dort trotz wiederholter Gespräche von Hans-Joachim Jäger, Igor A. Jenzen und ihm selbst noch kein einheitliches Verständnis für die Arbeit des Landesvereins bestehe. Doch ist der Landesverein über Gerhart Pasch bereits seit Jahren im Rundfunkrat vertreten – so berichtete der Mitteldeutsche Rundfunk mehrmals in diesem Jahr mit kurzen Beiträgen im Sachsenspiegel über Aktivitäten des Landesvereins. Ulrich Voigt vom Bergsteigerbund würdigte in einer spontanen Stellungnahme die ehrenamtliche Arbeit des Vorstandes.
 
Die «Crandorfer Musikanten» spielen aufDer Kalender 2016 findet großen Anklang
 
Blick in die Mehrzweckhalle LindenhofDr. Pasch führt in bewährter Weise durch die
 
Schwarzenberger Oberbürgermeisterin Heidrun HiemerVorstandsmitglied Dr. Johannes JustUlrich Voigt vom Sächsischen Bergsteigerbund
 
Professor Hans-Jürgen Hardtke gratuliert Dieter Bartusch zur Verleihung der Ehrennadel
Wie Johannes Just ausführte, war es aufgrund von Gesetzesänderungen notwendig geworden, Passagen der Satzung des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz in ihrem Wortlaut zu ändern. Entsprechend  dem Vereinsrecht waren alle Mitglieder über die Notwendigkeit sowie Inhalt und Form der Satzungsänderung rechtzeitig mit der Einladung zur Mitgliederversammlung informiert worden. Da es nach dieser Erklärung vonseiten der Mitglieder keine Wortmeldungen gab, schritt man sogleich zur Abstimmung. Die Änderungen wurden einstimmig beschlossen. Der nächste Programmpunkt war die Laudatio für den diesjährigen Träger der Ehrennadel. Gerhart Pasch stellte den Geehrten vor: Dieter Bartusch aus Radebeul.
Er konnte bereits am 30. März dieses Jahres seinen 80. Geburtstag feiern. Zunächst hatte er in seiner Jugend eine Maurerlehre absolviert und später noch ein Studium in Zittau angeschlossen. Von 1957–1963 studierte er zusammen mit dem Laudator Architektur an der TU Dresden und konnte 1973 erfolgreich seine Promotion verteidigen. Er engagierte sich mit Fleiß und Akribie für seine Aufgabenstellungen und gehört seit vielen Jahren zu den besonders aktiven und zuverlässigen Mitgliedern des Landesvereins, sein besonderer Einsatz gilt der Dorfentwicklung, deshalb ist er auch in der gleichnamigen Arbeitsgruppe tätig. Von 1991 bis zum Eintritt in die Rente 1998 arbeitete er im neu begründeten Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden. Nach der Mittagspause, die mit Genüssen aus der gutbürgerlichen Küche und intensiven Gesprächen angefüllt war, folgten die Fachreferate:
 
Ans Licht gebracht – Archäologie in mittelalterlichen Bergwerken
Referentin: Dr. Christiane Hemker, Landesamt für Archäologie
 
Naturschutzzentrum Erzgebirge gGmbH in Dörfel
Referentin: Claudia Pommer, Naturschutzzentrum Erzgebirge
 
Freie Republik Schwarzenberg. Realität und Mythos eines bemerkenswerten Zufalls im Jahr 1945
Referent: Dr. phil. Justus H. Ulbricht, Dresden.
 
Diese Vorträge fanden eine gute Resonanz, und es ergaben sich interessanteDiskussionen, die noch im Anschluss in Einzelgesprächen fortgesetzt wurden.
 
Cornelia Müller(Mitteilungen Heft 2/2015)
> Jahrestreffen in Pulsnitz 2014

Pfefferküchlerei H.Löscher

Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung fanden sich Vereinsmitglieder und Gäste im Pulsnitzer Schützenhaus zusammen. Die Moderation und Veranstaltungsleitung übernahm einmal mehr Dr. Gerhart Pasch. Er begrüßte alle Anwesenden, die Ehrenmitglieder und besonders die Ehrengäste: Bürgermeister Peter Graf, Herrn Ulrich Beyer vom Innenministerium und Dr. Hartmut Schwarze vom Umwelt- und Landwirtschaftsministerium. Nachdem er einen kurzen Hinweis auf die Bedeutung der Stadt Pulsnitz für die sächsische Geschichte als Geburtsort von Ernst Rietschel, Bartholomäus Ziegenbalg sowie als Heimstatt des traditionsreichen Blaudrucks und der Pfefferküchlerei gemacht hatte, übergab er das Rednerpult an den Bürgermeister der Stadt. Peter Graf hieß uns herzlich willkommen und lud uns ein, die Stadt, ihre Einwohner und die Umgebung näher kennenzulernen. Dazu boten dann auch die Vorträge und Exkursionen reichlich Gelegenheit. Er sprach zudem über sein Anliegen, ein Gleichgewicht zwischen Erhalten und Bewahren einerseits und einer städtischen Weiterentwicklung andererseits herzustellen.

Ulrich Beyer vom Sächsischen Ministerium des Innern überbrachte die Grüße des Ministers Markus Ulbig und beglückwünschte uns zum Erhalt der „Silbernen Halbkugel“ als Preis des Denkmalschutzes in Deutschland. Wir erhielten diese Auszeichnung für unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Archäologie in Sachsen. Der Denkmalschutz hat in unserem Freistaat einen hohen Stellenwert, zu erkennen auch an den umfangreichen Listen für Bau-, Boden- oder Naturdenkmäler. Herr Beyer ging bei dieser Gelegenheit auch auf die konstruktive Zusammenarbeit mit unserem Verein bei der Überarbeitung der Denkmalschutzgesetzgebung ein, die nach dem letzten Hochwasser für notwendig erachtet worden war. Derzeit befinde man sich in Verhandlung mit der Bundesregierung über die finanzielle Unterstützung des Sonderprogramms für Denkmalpflege, das bis zum Jahre 2016 verschiedene Vorhaben vorantreiben soll. Zum Schluss erinnerte er an zwei wichtige Termine; den Tag des offenen Denkmals am 14. September 2014 sowie die Denkmalmesse vom 6.‒8. November 2014 in Leipzig.

Jahrestreffen in PulsnitzDr. Hartmut Schwarze überbrachte als Vertreter des Sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums Grüße und Glückwünsche. Er verwies auf unser großes Engagement für die Heimat, einerseits für die Pflege von Traditionen, eines Heimatbewusstseins, andererseits für unseren Einsatz bei der Sicherung der biologischen Vielfalt. Beides stellt große Herausforderungen dar. Im Jahre 2012 war eine Studie zu der Frage „Wie weiter im Ehrenamt im Naturschutz“ erarbeitet worden. Darin war festgestellt worden, dass Haupt- und Ehrenamt zusammenarbeiten müssen, der Nachwuchs für den Naturschutz stärker gefördert werden muss und man sich für neue Ziele öffnen sollte. Die Kooperation mit dem Landesverein als einem der bedeutendsten Akteure auf dem Gebiet des Naturschutzes war in den vergangenen Jahren erfolgreich und vielfältig – allein durch den Besitz von Naturschutzgebieten und die Mitarbeit an entsprechenden (Groß-)Projekten sowie mit einzelnen Fachbereichen und Fachgruppen wie der Arbeitsgemeinschaft sächsischer Botaniker. Ausdrücklich verwies Dr. Schwarze auf Veröffentlichungen, beispielsweise der Sächsischen Mykologen, und die Organisation des Landeswettbewerbs „Ländliches Bauen“. Für die Zukunft hat die Sächsische Staatsregierung neue Leitlinien zur Gestaltung der weiteren Zusammenarbeit verabschiedet. Und auch auf Ebene der Europäischen Union wurde für die nächste Förderperiode 2014‒2020 der Leader-Ansatz weiter ausgebaut, um die  individuelle Entscheidungsfindung auf lokaler Ebene zu erleichtern.

Nach diesen Grußworten hatte Dr. Pasch das schwere Amt, in einer Schweigeminute die Namen der im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder vorzulesen, zu der sich alle Anwesenden in ehrendem Gedenken erhoben.

Als Vorsitzendem des Landesvereins oblag Professor Hardtke die Pflicht, den Bericht über die Aktivitäten der letzten zwölf Monate vorzulegen. Ohne damit eine Wertung vorzunehmen, konnte dies nur in Auswahl geschehen, wenn der Zeitrahmen nicht hoffnungslos gesprengt werden sollte.

Rainer Hölzer gab einige Erläuterungen zum Finanzbericht 2014: So gehen die geplanten Ausgaben in diesem Jahr leicht zurück. Die Bildung von Rücklagen ist für einen ausgeglichenen Haushalt entscheidend und soll noch gesteigert werden. Die Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen sind im Wesentlichen gleichbleibend. Es ist jedoch notwendig, weiterhin neue Mitglieder zu werben, um den altersbedingten Verlust an Mitgliedern auszugleichen.

Der Kassenprüfer, Hans Georgi gab auch im Namen seiner Kollegin, Ingrid Geißler, einen positiven Prüfbericht. Er lobte ausdrücklich die Buchhalterin der Geschäftsstelle, Frau Lampka, für die akkurate Buchführung und die Einarbeitung in ein neues Computerprogramm, mit dem jetzt ein besseres Kontrollinstrument zur Verfügung steht. Beide Kassenprüfer sprachen die Empfehlung aus, den Kassenbestand zu minimieren. Erfreulich sei zudem, dass zum Jahresende 2013 bereits 50 % der Kalender 2014 bezahlt worden seien.

Die Berichte wurden von den anwesenden Mitgliedern einstimmig zur Kenntnis genommen. Der Vorstand wurde einstimmig, bei einer Enthaltung, entlastet.

Herr Karsch übernahm als Vorsitzender der Wahlkommission die Leitung zur Wahl des neuen Vorstandes. Er machte zunächst darauf aufmerksam, dass sich in diesem Jahr die Vorstandsmitglieder alle einheitlich zur Wahl stellten, um so einerseits im nächsten Jahr mehr Zeit für Diskussionen und Vorträge zur Verfügung zu haben und gleichzeitig den satzungsgemäßen zweijährigen Wahlturnus einzuhalten. Aus dem Kreis der bisherigen Vorstandsmitglieder schieden Andreas Barthel, Katja M. Mieth und Prof. Dr. Manfred Seifert aus unterschiedlichen Gründen aus. Dagegen kandidierten erstmals Dr. Wolfgang Viebahn aus Reichenbach/Vogtland und Elvira Werner aus Schwarzenberg. Anschließend konnten die 161 wahlberechtigten Mitglieder, die an der Jahreshauptversammlung teilnahmen, ihre Stimmen abgeben. Die spätere Auszählung ergab, dass alle Kandidaten mit „souveräner Zustimmung“ (Karsch) gewählt worden sind und diese nahmen ihre Wahl an.

Als Rechnungsprüfer wurden Christel Herrmann und Annelie Püschel einstimmig gewählt.

Es folgten vier längere Diskussionsbeiträge. Friedhard Förster referierte über den Singvogelschutz. Er machte darauf aufmerksam, dass der Abschuss von Vögeln in Sachsen und auch im Ausland zugenommen hat. So würden in Nordafrika systematisch und in großangelegten Aktionen Singvögel in ihrer Zugzeit gefangen, dem Handel zugeführt oder getötet werden. Herr Förster stellte eine Postkarte vor, die zum Protest gegen diese Entwicklungen unterschrieben und abgeschickt werden kann.

Herr Simon von der Initiative Sächsische Eisenbahngeschichte (ISEG) legte allen Teilnehmern die Ziele dieses erst 2010 gegründeten Vereins dar, wie er dies bereits vor der Veranstaltung in Gesprächen mit einzelnen Interessierten getan hatte. Im Besitz der ISEG befinden sich einige technik- und industriegeschichtlich interessante Waggons, die nach und nach restauriert und so der Nachwelt erlebbar bleiben sollen.

Dr. Thomas Westphalen vom Landesamt für Archäologie berichtete über die Bestrebungen zusammen mit dem Landesverein das Gelände des Burgbergs von Hof/Stauchritz nahe Riesa einen besseren Schutz als Bodendenkmal zu ermöglichen, indem die entsprechenden Flächen gekauft werden – so wie dies bei der Anlage in Zschaitz gelungen ist. Der Burgberg in Hof/Stauchitz wurde von Reinhard Spehr umfangreich erforscht und die mittelalterliche Wehranlage von ihm rekonstruiert. Dabei könnte es sich um die slawische Burg Gana handeln, die von Heinrich I. 928/929 nach einer Belagerung erobert und vollständig zerstört worden ist, deren exakte Position von Historikern und Archäologen bisher nicht eindeutig bestimmt werden konnte. So weisen die ursprünglichen Wehranlagen in Hof/Stauchitz beachtliche Ausmaße auf; der Höhenunterschied zwischen Grabensohle und Wallhöhe umfasst immerhin 15 Meter.

Professor Wünschmann von der AG Industriekultur stellte ein gefährdetes Technikdenkmal nahe Dresden vor: den Komplex der Funkantenne Dresden zusammen mit der Sendestelle Wilsdruff. Sie war 60 Jahre in Betrieb, von 1954 bis 2013. Zum Erhalt dieses Denkmals hat sich im vergangenen Jahr der „Technikverein Sender Wilsdruff“ gegründet, der derzeit ein Nutzungskonzept für die Gesamtanlage erarbeitet und sich über weitere Unterstützung freut.

Nach der Mittagspause wurden verdiente und langjährige Mitstreiter des Landesvereins durch Verleihung von Ehrenmitgliedschaft, Ehrenmedaille oder Ehrennadel geehrt (siehe Beitrag in diesem Heft).

Den Abschluss der Jahreshauptversammlung boten zwei Fachvorträge über das Gebiet rund um Pulsnitz.

Dr. Cornelia Schlegel sprach über die „Westlausitz – die große Unbekannte“. Darin stellte sie Frage nach den Grenzen der Oberlausitz, die im Laufe der Geschichte unter unterschiedlichen Gesichtspunkten verschieden definiert worden sind. In jedem Fall bildete der Fluss Pulsnitz für die uns interessierende Gegend einen wichtigen Bezugspunkt, wenn die Westlausitz in ihrer naturräumlichen Gliederung auch über die Wasserscheide der Pulsnitz hinausgeht. Und natürlich gibt es einen eigenständigen Dialekt und eine spezielle Bauweise in der Westlausitz. Deren Spuren sind jedoch beispielsweise in den aufgelassenen Dörfern der Königsbrücker Heide, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts sukzessive einem Truppenübungsplatz weichen mussten, verloren gegangen. Für die Westlausitz in ihrer historischen Entwicklung von großer Bedeutung war die Standesherrschaft Königsbrück, zu der zwar nicht Pulsnitz selbst gehörte – es zählte zu den Kleinstädten der Oberlausitz, die sich im Besitz wechselnder (klein-)adliger Familien befunden hatten –, die sich jedoch auf das Gebiet des späteren Truppenübungsplatzes erstreckte. Der letzte Standesherr verkaufte das Gebiet an das Land Sachsen und der Grundstein für eine fast 100-jährige militärische Nutzung wurde gelegt.

Dr. Wolfgang Böhnert ging in seinem sehr anschaulichen Vortrag „Das Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide“ auf verschiedene Aspekte für die dortige Entwicklung seit dem Ende der militärischen Nutzung ein. In dem Gebiet wurde und wird wissenschaftlich untersucht, wie es von der Natur zurückerobert wird. Dabei werden ablaufende Entwicklungsprozesse bewusst von Menschenhand unbeeinflusst gelassen – lediglich am Rande des Gebietes erfolgen zielgerichtete Pflegemaßnahmen. Die Inhalte eines solchen Prozessschutzes konnte Dr. Böhnert den Zuhörern ‒ auch den Nicht-Fachleuten ‒ sehr verständlich vermitteln. Die Vor- und Nachteile in Bezug auf Renaturierung des Naturschutzgebietes werden in Kauf genommen für eine naturwissenschaftliche Neugierde, die Dr. Böhnert mit folgendem Satz ausdrückte: „Wir sind gespannt, was die Natur hier hervorzaubert.“

Und auch wir alle sind gespannt, was uns bei unserer nächsten Jahreshauptversammlung erwartet, wenn wir uns vom 8. bis 10. Mai 2015 in Schwarzenberg wiedersehen werden.

Cornelia Müller (Mitteilungen Heft 2/2014)

> Jahrestreffen in Reichenbach/Vogtland 2013

Kernthema des Jahrestreffens 2013 war das Vogtland, eines jener sächsischen Territorien, die sich durch ein besonders reichhaltiges kulturelles Geschehen auszeichnen und die auf eine stattliche kulturhistorische Vergangenheit zurückblicken.  Das Vogtland war unmittelbarer Teil des mittelalterlichen deutschen Reiches, auch bekannt als Heiliges Römische Reich Deutscher Nation. Die Herren von Weida, Plauen und Gera konnten sich von Reichsministerialen zu eigenständigen Landesherren entwickeln. Endgültig erlosch der Charakter als reichsständisches Gebiet mit der Niederlegung der Reichskrone am 6. August 1806 durch Kaiser Franz II. und den damit verbundenen Ende des Heiligen Römischen Reiches. Der größte Teil des Vogtlandes (entspricht etwa dem heutigen Vogtlandkreis) kam zu Sachsen. Das "Vogtland" wurde ein neuzeitlicher geographischer Begriff und war nur für kurze Zeit ein politisches Gebilde. Erhalten blieb eine eigenständige kulturelle Ausprägung, von denen die vogtländischen Mundarten eine große Bedeutung haben. Es gibt an vielen vogtländischen Orten Bestrebungen, kulturelle Eigenheiten zu bewahren und lebendig zu halten und es gibt einen unverkennbaren Stolz der Vogtländer auf ihr Land, auf ihre Identität.

Die Hauptversammlung
Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. nutzte für seine Tagung das Neuberinhaus in Reichenbach, wo die Veranstaltung technisch und organisatorisch hervorragend betreut wurde.

Büste der Neuberin, Foto: DittrichDer Landesverein zeigte Flagge. Die Gedenktafel der Caroline Neuber verweist hier auf ihre Rolle als Namensgeberin des Neuberinhauses. Foto: Mallwitz

 

Die Big Band der Musikschule Reichenbach Vogtland e.V. Reichenbach beim Eröffnungskonzert des Jahrestreffens auf der Bühne des Konferenzzentrums. Foto: Dittrich

Einige Eindrücke der Führungen in Reichenbach und der Exkursionen in das Vogtland mögen die Berichte und Bilder in folgenden Abschnitten bieten:
 

Auf der Referentenliste standen unter anderen .

  • Prof. Dr. Gerhard Billig, Historiker. Prof. Billig referierte über "Das Vogtland als historische Landschaft zwischen Sachsen und Thüringen." Der Vortrag kann in den Mitteilungen 2/2013 nachgelesen werden.
  • Dr. Gerhart Pasch, stellvertretender Vorsitzender im Landesverein, Architekt, Kirchenbaurat i. R. bei der Eröffnung.
  • Prof. Dr. Peter A. Schmidt. TU Dresden, Fachrichtung Forstwissenschaften, Tharandt. Prof. Schmidt überbrachte u.a. Grüße der Dendrologischen Gesell- schaft und des Fördervereins des Forstbotanischen Gartens Tharand.
  • Karl-Heinz Rutsch, Vorstandsmitglied im Landesverein. Herr Rutsch erläuterte Probleme der Landschaftsplanung im Zusammenhang mit Anlagen für erneuer-
    bare Energien und des Hochwasserschutzes

Prof. Dr. Gerhard Billig,  Foto: NeumannDr. Gerhard Pasch, Foto: Dittrich

Prof. Dr. Peter A. Schmidt, Foto: Neumann Karl-Heinz Rutsch; Foto: Dittrich

 

Interessiert verfolgt das Auditorium die Ausführungen der Vortragenden. Foto: Pfaff

Hier nun einige Impressionen am Rande der Hauptversammlung

Frau Noack und Frau Aschenbach bei der Entgegennahme der Anmeldung. Foto: DittrichEin Ausschnitt des Angebotes an Kunsthandwerk, Foto: Dittrich

Freundlich wie immer präsentieren Frau Liebscher und Frau Lampka sächsisches Kunsthandwerk. Foto: DittrichVerkaufsstand Kunsthandwerk, Foto: Dittrich

Im Gespräch - Fam. Gräfe und die Geschäftsführerin des Landesvereins, Frau Sommer. Foto: DittrichDer Kalender 2014 - Verkauf durch Familie Georgi. Foto: Dittrich

Das Angebot an Heimat- und Umweltliteratur fand reges Interesse ...  Foto: Mallwitz... und interessierte Käufer wurden auch gern beraten.  Foto: Dittrich

Die Vornahme von Ehrungen und Auszeichnungen bildete einen würdigen Abschluss der Vorträge und Beratungen. Unser Foto zeigt die Übergabe von Ehrennadeln an Frau Hanna Gleinich, Herrn Herbert Morgenroth und Herrn Hartmut Gräfe. Foto:Dittrich

> Jahrestreffen in Niesky 2012
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz,
 
der Vorstand des Landesvereins und seine Mitglieder und Gäste trafen sich am Wochenende vom 4. bis 6. Mai 2012 in der Großen Kreisstadt Niesky zum Jahrestreffen. Die reizvolle Natur und Kultur der Lausitzer Heide- und Teichlandschaft bildete dafür einen passenden Rahmen. Mit den nachfolgenden Bildern und Texten werden wir versuchen, Ihnen einige Impressionen dazu zu vermitteln.
 
Die Hauptversammlung fand am 5. Mai 2012 im Bürgerhaus Niesky statt.
Die Stadtführungen am 4. Mai und am 5. Mai 2012 fanden bei bemerkenswert schönem Wetter statt. Das trug sicherlich dazu bei, den Ausführungen zur Stadtentwicklung von Niesky zu folgen. Die Stadt ist erst 1742 als Kolonie der Herrnhuter Brüdergemeine entstanden und bis heute fest mit den Traditionen der Herrnhuter Brüdergemeine verwurzelt. Das Gebäude der Stadtbibliothek war ursprünglich das sogenannte Alte Pädagogium, das als erstes repräsentatives Gemeinhaus der neu gegründeten Brüdergemeinsiedlung Niesky erbaut wurde. Der Architekt Siegmund August von Gersdorf prägte mit diesem Bau den typischen barocken Stil für zukünftige Gemeinhäuser der Brüdergemeine.
 
Im ältesten Haus Nieskys, genannt nach seinem Erbauer Johann Raschke, befinden sich heute Museum und Touristinformation. Das Umgebinde- haus wurde nach kurzer Bauzeit noch 1742 vom böhmischen Weber Johann Raschke bezogen. Er war gleichzeitig der Vorsteher des neuen Ortes. In der Blockstube des Hauses standen einst die Webstühle, an denen die Familie ihren kargen Lebensunterhalt erwirtschaftete. Das Museum pflegt die große Bedeutung von Niesky als Musterstadt für den modernen Holzbau in der Zeit der Weimarer Republik.
 
Konrad Wachsmann war hier Architekt bei der Christoph & Unmack A.G., Europas größter und innovativster Firma für industriell vorgefertigte Holzbauten.  
Die seit 1861 genutzte Turnhalle nimmt für sich in Anspruch, die älteste Schulturnhalle Deutschlands zu sein. Schulsport war Bestandteil des Lehrplanes des Pädagogiums, denn im Verständnis der Brüdergemeine gehörte zu einem gesunden Verstand auch ein gesunder Körper. Das Medaillon zeigt Motive des Geräteturnens, dem Ursprung der Turnbewegung von Friedrich Ludwig Jahn.  
 
Am Freitagabend wurden die Teilnehmer in der Kirche der Brüdergemeine begrüßt, ein Vortrag führte ein in die Geschichte der Herrnhuter Brüdergemeine und der 1742 gegründeten Siedlung für die nach Sachsen geflohenen böhmischen Exultanten, wie man die evangelischen Glaubensflüchtlinge auch nannte. Die gegenwärtig ungefähr 350 Mitglieder der Brüdergemeine Niesky wohnen teils am Ort, teils in der Umgebung. 
 
Im Anschluss folgte ein Orgelkonzert.
 
Die seit 1861 genutzte Turnhalle nimmt für sich in Anspruch, die älteste Schulturnhalle Deutschlands zu sein. Schulsport war Bestandteil des Lehrplanes des Pädagogiums, denn im Verständnis der Brüdergemeine gehörte zu einem gesunden Verstand auch ein gesunder Körper. Das Medaillon zeigt Motive des Geräteturnens, dem Ursprung der Turnbewegung von Friedrich Ludwig Jahn.  
 
 
Die Jahreshauptversammlung

 

2014     Pulsnitz im Schützenhaus (Mitteilungen 2/2014)

2013     Reichenbach/Vogtland im Neuberinhaus (Mitteilungen 2/2013)

2012     Niesky im Bürgerhaus   (Mitteilungen 2/2012)

2011     Delitzsch im Bürgerhaus (Mitteilungen 2/2011)

2010     Crimmitschau im Theater (Mitteilungen 2/2010)

2009     Seiffen im Haus des Gastes (Mitteilungen 2/2009, S. 72-78)

2008     Dresden im Ball- & Brauhaus Watzke (Mitteilungen 2/2008 S. 3 ff.)

2007     Pirna in der Herderhalle (Mitteilungen 2/2007)

2006     Leisnig im Schützenhaus (Mitteilungen 2/2006)

2005     Annaberg-Buchholz im Erzhammer (Mitteilungen 2/2005 S. 67 ff.)

2004     Großenhain im Kulturhaus Schloss (Mitteilungen 2/2004 S. 60 ff.)

2003     Sebnitz in der Stadthalle (Mitteilungen 2/2003 S. 66 ff.)

2002     Ostritz im Internationales Begegnungszentrum Kloster St. Marienthal (Mitteilungen 2/2002 S. 2 ff.)

2001     Freiberg im Festsaal der Stadt Freiberg (Mitteilungen 2/2001 S. 63 ff.)

2000     Grimma-Nimbschen in der Kulturscheune Kloster Nimbschen (Mitteilungen 2/2000 S. 77 ff.)

1999     Zwickau in der Katharinenkirche (Mitteilungen 2/1999 S. 79 ff.)

1998     Meißen im Stadttheater (Mitteilungen 3/1998 S. 2 ff.)

1997     Hoyerswerda in er Lausitzhalle (Mitteilungen 3/1997 S. 3 ff.)

1996     Plauen im Malzhaus (Mitteilungen 2/1996 S. 58 ff.)

1995     Rochlitz in der Petrikirche (Mitteilungen 2/1995 S. 77 ff.)

1994     Kamenz im Hotel Dresdner Hof (Mitteilungen 3/1994 S. 79 ff.)

1993     Torgau IM Kulturhaus Rosa Luxemburg (Mitteilungen 2/1993 S. 75 ff.)

1992     Augustusburg im Schloss Augustusburg (Mitteilungen 2/1992 S. 65 ff.)

1991     Weesenstein im Schloss Weesenstein (Mitteilungen 2/1991 S. 3 ff.)

1990     Dresden in der Tonne des Kurländer Palais      

 

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