Historische Wegezeichen erhalten

Die historischen Wegezeichen, die die Wege eines vielgliedrigen Wegenetzes in der Dresdner Heide kennzeichnen und sich bis in die Neuzeit erhalten haben, stellen eine unbedingt schützenswerte kulturhistorische Besonderheit dar. Ihre Pflege bildet diejenige Arbeitsrichtung des Arbeitskreises Dresdner Heide (AKDH) bzw., vorausgehend, der Interessengemeinschaft Dresdner Heide, die seit den 1980er Jahren am längsten und mit stets hohem Engagement durch die ehrenamtlich tätigen Mitglieder wahrgenommen wird. Der AKDH betätigt sich jedoch auch an anderen Projekten in der Dresdner Heide und trägt zu einer pfleglichen Nutzung der Landschaft als Ganzes bei.

Die roten Wegezeichen wurden bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert im Sichtabstand längs der Wege durch Zeichenschneider in den Stamm geeigneter Bäume eingeschnitten; heute werden sie auf weißem Untergrund auf den Stamm aufgemalt, vorzugsweise an Wegkreuzungen und Verzweigungen. Insgesamt existieren bei ca. 80 benannten Wegen etwa 1000 Zeichen solcher gemalter Zeichen. Durch natürlichen Verschleiß und das Wachstum der Bäume ist eine Erneuerung erforderlich, wie Fotos weiter unten verdeutlichen. In der Praxis geschieht das alle acht bis zehn Jahre.

Die planerischen und organisatorischen Arbeiten sind über gut zwei Jahrzehnte von Peter Rößler in höchst engagierter Weise geleistet worden. Ab 2021 ist der Staffelstab an Martina Glauche und Birgit Leonhardt weitergereicht worden. Dabei sind an den praktischen Pflegearbeiten neben den Mitgliedern des AKDH auch zahlreiche andere Privatpersonen beteiligt: Seit vielen Jahren wird im Sommer mit den Mitgliedern einer Bühlauer Sportgruppe eine große, gut vorbereitete Malaktion durchgeführt.

Haben Sie nicht auch Lust, hieran mitzuarbeiten?

Dann kontaktieren Sie den Arbeitskreis Dresdner Heide!

Leiter: Dr. Michael Thieme, michael.thieme1@web.de

 

 Wegezeichen ArbeitsplanungWegezeichen erneuern

Es sei nicht verschwiegen, dass die Wegezeichen ohne das Engagement kulturinteressierter Bürger in der Vergangenheit verloren gegangen wären, waren doch durch eine von schablonenhaftem politischen Denken geprägte, kulturvergessene Aktion um 1980 sämtliche vorhandenen Zeichen abgekratzt oder mit brauner Farbe unkenntlich gemacht worden. In einer Gegenbewegung engagierte sich neben anderen Personen Manfred Ruttkowski (1932 - 2015) in besonderer Weise, um die Wegezeichen wiederzuerwecken. Er erforschte zudem die Geschichte und Besonderheit des Wegenetzes und seiner Zeichen und verfasste hierzu auch Veröffentlichungen (s.u.). Er entwarf die Zeichen in einer historisch angepassten Ausführung neu und entwickelte für den praktischen Gebrauch entsprechende Schablonen, ebenso für die Untergrundfelder.

Zu den Personen, die sich in früherer Zeit um den Schutz des historischen Wegezeichennetzes verdient gemacht hatten, gehören der um 1900 aktive Heideforscher Theodor Seelig (1850 - 1904) und der Forstinspektor Friedrich Wilhelm Meschwitz (1815 – 1888).

Wegezeichen Zirkel

Wegezeichen Ochsenkopf

Das alte Wegezeichen Zirkel ist verschlissen und stark gedehnt

durch Wettereinwirkung bzw. Wachstum des Baumes.

Das leicht verblichene Wegezeichen Ochsenkopf wird aufgefrischt.

Die Wegezeichen Weg Acht / Alte Acht und Rennsteig sind gerade neu gemalt.

Fotos: M. Thieme (2009, 2012)

Literatur zu Wegenetz und Wegezeichen

 

zuletzt bearbeitet: 15.02.2022