Arbeitskreis Dresdner Heide

Logo AK Dresdner HeideDer Arbeitskreis Dresdner Heide (AKDH) ist 1994 aus der Interessengemeinschaft Dresdner Heide hervorgegangen, die 1982 von Dresdner Bürgern gebildet worden war, denen Natur- und Umweltschutz am Herzen lag und denen die kulturgeschichtliche Bedeutung dieses Waldgebietes bewusst war (Leitung: Ingrid Heymann). Die Initiative zur Neugründung ging von Prof. Werner Mansfeld (1913 - 2011) aus, der die Leitung des AKDH bis 2003 in den Händen hatte. Seitdem leitet Dr. Michael Thieme den Arbeitskreis. Der AKDH ist seit 1994 in den Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V. eingebunden.

Ziele und Projekte

Die Mitglieder des AKDH engagieren sich in ehrenamtlicher Arbeit besonders bei der Erhaltung und Pflege kulturgeschichtlich wertvoller Objekte in der Dresdner Heide und tragen so zur Gestaltung der Landschaft als Ganzes bei.
Im Zusammenhang mit der Wahrnehmung dieser Aufgaben ist der AKDH selbstverständlich in gutem Kontakt mit Forstbehörden, dem Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft und dem Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden,  Einrichtungen des Denkmalschutzes der LH Dresden wie des Freistaates Sachsen sowie ggf. mit Unternehmen.

Alte Wegezeichen in der Dresdner Heide

Baum mit altem Wegezeichen Die historischen Wegezeichen kennzeichnen ein vielgliedriges, teilweise bis ins ausgehende Mittelalter zurück verfolgbares Wegenetz und stellen ein kulturgeschichtlich bedeutsames, unbedingt schützenswertes Merkmal dieses Waldgebiets dar. Mehr hierzu... Ihre Pflege bildet ein wesentliches, seit Langem bestehendes praktisches Tätigkeitsfeld des AKDH.

Die von Manfred Ruttkowski (1932 - 2015) im Jahr 1987 verfasste und vom Kulturbund der DDR als Broschüre herausgegebene Arbeit Historische Zeichen und Wege der Dresdner Heide - Ein Beitrag zur Heimatgeschichte ist 2018 vom AKDH digital aufbereitet worden und ist hier abrufbar.

Die Spezifik alter Wege und ihrer ästhetisch geformten Zeichen will der AKDH für die Öffentlichkeit noch stärker deutlich machen, indem wir Wandervorschläge, insbesondere für Rundwanderungen, für das Gebiet der Dresdner Heide erarbeiten und über das Internet für alle Interessierten verfügbar machen. Dabei werden in die von verschiedenen Punkten ausgehenden Touren - zurzeit sind es 30 Vorschläge - überwiegend die meist nicht geradlinig verlaufenden alten Wege einbezogen, größtenteils abseits der mit den bekannten, genormten Zeichen versehenen Wanderwege. Selbstverständlich gehen wir auch auf andere kulturelle Besonderheiten ebenso wie auf interessante Gegebenheiten der Natur ein. Nicht zuletzt geben wir Menschen, die mit GPS-Koordinaten vertraut sind, entsprechende Daten an die Hand. Zu den Wandervorschlägen… Zusätzlich sei auf die Möglichkeit einer kürzeren Wanderung auf dem Lehrpfad im Albertpark hingewiesen.

Der Lehrpfad-Rundweg im Dresdner Albertpark

Schild zum Lehrpfad im Dresdner AlbertparkEin weiteres, im Auftrag des Amts für Stadtgrün und Abfallwirtschaft der LH Dresden ehrenamtlich wahrgenommenes Arbeitsfeld des AKDH bilden Einrichtung und Pflege eines Lehrpfades im Albertpark, der stadtnah gelegenen, 118 ha großen, dreieckigen Fläche im südwestlichen Bereich der Dresdner Heide. Auf dem etwa 4,5 km langen Rundweg sind 17 Tafeln zur Information über ausgewählte kulturhistorische und naturkundliche Sachverhalte aufgestellt. Die Wegführung ist durch speziell gestaltete Wegemarken (mit einem für Albert stehenden A) gekennzeichnet, teils aufgemalt, teils aufgeklebt.

Der Zugang zum Lehrpfad kann am leichtesten von vier Punkten aus erfolgen: Bei Anfahrt mittels Straßenbahnlinie 11 bieten sich die Haltestellen Mordgrundbrücke, Albrechtsschlösser und Wilhelminenstraße an. PKW-Parkplätze sind an diesen Stellen nur wenige vorhanden. Auch vom Parkplatz an der Fischhausstraße (ca. 200 m oberhalb der Gaststätte Fischhaus) ist ein unmittelbarer Einstieg in den Rundweg möglich.

Der Albertpark untersteht der LH Dresden und ist aus dem 1899 gegründeten König-Albert-Park hervorgegangen. Dabei waren die durch den Verein Volkswohl gepachteten Flächen einbezogen und dessen soziale Zielstellungen aufgenommen worden. Im Laufe von mehr als einem Jahrhundert sind u.a. das König-Albert-Denkmal, der Wolfshügelturm, die Skulptur des Kentauren Chiron, Schulanlagen, ein Wildgehege und ein Waldspielplatz errichtet sowie einzelne Informationstafeln aufgestellt worden.

Für diesen Lehrpfad begannen die konzeptionellen Arbeiten 2005 mit Überlegungen zu Wegführung und Auswahl derjenigen Objekte, auf die die Aufmerksamkeit der Besucher gelenkt werden sollte. 2009 wurden die ersten Lehrpfadtafeln in bekannter fünfeckiger Form aufgestellt, Anfang 2017 die letzten. Teilweise sind die Tafeln zusätzlich mit bildlichen Darstellungen versehen. Die Gesamtkosten betrugen etwa 3.000 EUR; sie wurden fast vollständig von der LH Dresden übernommen. Der Zugang zu den Tafeltexten ist hier möglich.

Der Lehrpfad wurde am 19.06.2017 durch den Amtsleiter des Amts für Stadtgrün und Abfallwirtschaft Herrn Detlev Thiel in Anwesenheit der Chefin der Herstellerfirma Werbe- und Zeichen-Büro Karin Kreher und von Vertretern des AKDH offiziell eröffnet. Alle Beteiligten wünschen sich eine rege, interessierte Annahme des Lehrpfades durch die Dresdner und ihre Gäste und hoffen gleichzeitig, dass Vandalismus weitgehend ferngehalten werden kann. In jedem Falle erfordert die angestrebte langfristige Nutzung eine weitergehende Betreuung.

Brücken und Durchlässe

steinerne Brücke auf dem NachtflügelwegEin früheres, zwischen 1998 und 2004 bearbeitetes Aufgabengebiet des AKDH stellte die Katalogisierung der Brücken und Durchlässe im Heidegebiet dar. Die Ergebnisse dieser Arbeiten wurden in einer zweibändigen, mit fotografischen Aufnahmen versehenen Dokumentation 2005 veröffentlicht und interessierten Einrichtungen zugänglich gemacht.

Die Brücken und Durchlässe weisen unterschiedliche Größen und Formen auf und waren aus verschiedenen Baustoffen wie Holz, Stein, Stahl und Beton errichtet worden. Neben Gewölbebrücken, insbesondere an der Prießnitz, finden sich nicht wenige Sandsteinquader-Durchlässe (wahrscheinlich speziell vom Ende des 18. Jh.) und hölzerne Balkenkonstruktionen unter den etwa 260 erfassten Objekten. Die früheste Erwähnung einer Brücke bezieht sich wohl auf die brucken an der Breßynicz (1441), die kurz vor der Prießnitzmündung im Zuge der Stolpischen Straße erbaut worden war und die ein reichliches Jahrhundert später im so genannten Humeliusriss (1560) als Steinebruck verzeichnet ist.

In Verbindung mit der im Jahr 2019 begonnenen Zusammenarbeit des AKDH mit dem Umweltamt der LH Dresden ist 2020 eine umfangreiche Prießnitz-Dokumentation erarbeitet worden, die sämtliche Baukörper und andere Auffälligkeiten entlang des Wasserlaufs in den Blick nimmt. Die auf einer mehrtägigen Begehung des gesamten Gewässers basierende professionelle Dokumentation enthält neben einer textlichen Zusammenfassung eine tabellarische Übersicht über 569 erfasste und beschriebene Baukörper, eine Datenbank über eine große Zahl fotografischer Aufnahmen, eine interaktive Landkarte mit Verortung der Befundstandorte sowie ergänzende Informationen über die erfassten Baukörper. Ein wesentlicher Bestandteil des Berichts ist eine Bewertung der erhobenen Befunde, die einerseits in Richtung auf notwendige Erhaltungs-/Sanierungsmaßnahmen zielt, andererseits eine wünschenswerte Zuerkennung des Denkmalschutz-Status einzelner Objekte anspricht.

Kontakt

Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Arbeit; einer Kontaktaufnahme mit uns sehen wir mit Vorfreude entgegen. Mitdenker und Mitarbeiter sind immer willkommen!

Dr. Michael Thieme (E-mail: michael.thieme1@web.de)


Literatur und Kartenmaterial:

Nachfolgend eine Übersicht zu Literatur, die sich unterschiedlichen Aspekten der Dresdner Heide widmet. Übrigens haben zwei unserer Mitglieder an der Monografie über die Dresdner Heide als Autoren mitgewirkt. Dieses Buch stellt eine repräsentative und umfangreiche, alle Aspekte des Waldgebietes berührende Publikation dar.

  • Heinrich Meschwitz: Geschichte der Dresdner Heide und ihrer Bewohnerschaft; Verlag Heinrich, Dresden, 1911.
  • Otto Koepert und Oskar Pusch (Hrsg.): Die Dresdner Heide und ihre Umgebung; Verlag Heinrich, Dresden, 1932.
  • Dresdner Heide, Pillnitz, Radeberger Land (Werte unserer Heimat. Band 27); 1. Auflage; Akademie Verlag, Berlin, 1976, S. 72ff.
  • Manfred Ruttkowski: Historische Zeichen und Wege der Dresdner Heide - Ein Beitrag zur Heimatgeschichte; Herausgegeben von Kulturbund der DDR, Gesellschaft für Natur und Umwelt, Interessengemeinschaft Dresdner Heide; Dresden, 1987. 2018 vom AKDH neu herausgegeben
  • Arbeitskreis Dresdner Heide: Dokumentation der Brücken und Durchlässe in der Dresdner Heide (Teil 1, Teil 2), Selbstverlag, Dresden, 2001 bzw. 2004.
  • Dresdner Heide, Geschichte – Natur – Kultur; Herausgegeben vom Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.; Berg- und Naturverlag Rölke, Dresden, 2006; ISBN-13: 978-3934514188.
  • Michael Bellmann: Der Wanderführer, Dresdner Heide - Heimatkundlicher Wander- und Touristenführer; Heimatbuchverlag Michael Bellmann, 2012. ISBN 978-3-937537-60-3.
  • Weitere Informationen zum Wegenetz: http://de.wikipedia.org/wiki/Dresdner_Heide#Geschichte_des_Wegenetzes
  • Abbildungen und Formen der Wegezeichen: http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Dresdner_Heide, http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Diagrams_of_footpath_signs_in_Dresdner_Heide
  • Dresdner Heide und Seifersdorfer Tal - Wander- und Radwanderkarte mit Reitwegen; 1 : 15 000, Sachsen Kartographie GmbH Dresden, 2019; ISBN-13: 978-3-86843-011-0.
  • Dresdner Heide - Wanderkarte, Ausgabe mit Wander- und Reitwegen sowie historischen Waldzeichen (Topographische Freizeitkarten Sachsen WK10 DH); 1 : 10 000; Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen, Dresden, 2013.
  • Open Street Map Hike & Bike: http://www.hikebikemap.org/.
  • Topographische Karte: http://de-de.topographic-map.com/places/Dresdner-Heide-178994/.